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Elternzeit: Alles rund um deine Rechte auf den besonderen Urlaub

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Zwischen Baby-Bett und Büro pendeln? Das kann schnell anstrengend werden. Wie gut, dass es die Elternzeit gibt. Was genau das ist und wie du sie beantragst, erfährt du hier.

Vollzeit arbeiten und gleichzeitig ein Kind bekommen? Keine Panik. Das funktioniert wunderbar. Dank der Elternzeit, die es seit dem 1. Januar 2007 in Deutschland gibt. Sie erlaubt den jungen Eltern eine Auszeit vom Job und viel Quality Time mit dem Nachwuchs erlaubt.

Du fragst dich, ob du Anspruch hast, wie du den Antrag stellst und an was du sonst noch denken musst? Wir klären auf! Beachte bitte: Diese Informationen gelten für Geburten ab dem 1. Juli 2015.


Was ist die Elternzeit?

Familie und Job zu vereinen, ist ein Balanceakt. Deshalb ermöglicht die Elternzeit Arbeitnehmern eine Verschnaufpause: Du kannst deine Erwerbstätigkeit unterbrechen, dich um den Nachwuchs kümmern und gleichzeitig den Kontakt zur Arbeitswelt halten. Anspruch auf diesen besonderen Urlaub hast du per Gesetz. Er ist im BEEG § 15 (Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz) geregelt.


Wer hat Anspruch?

Jeder Arbeitnehmer hat Anspruch auf Elternzeit. Einzige Voraussetzung: Du befindest dich in einem Arbeitsverhältnis. Dabei ist es völlig unwichtig, ob du Vollzeit oder Teilzeit arbeitest, in einem Minijob, in der Ausbildung oder einem befristeten Arbeitsverhältnis bist.

Weitere Bedingungen, die auf dich zutreffen müssen:

  • Das Kind lebt in deinem Haushalt. Wenn das Kind zum Beispiel bei dem getrennten Partner lebt, hast du keinen Anspruch.
  • Du betreust das Kind selbst: Das heißt, es darf nicht Vollzeit in der Kita sein.
  • Du arbeitest nicht mehr als 30 Stunden pro Woche.

Du weißt nicht genau, wie und vor allem wann du den Antrag auf Elternzeit stellen musst? Oder du brauchst Hilfe beim Gespräch mit deinem Arbeitgeber? Wir beraten dich und beantworten deine Fragen innerhalb kürzester Zeit.

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Was sonst noch bei der Elternzeit wichtig ist
  • Genehmigung: Den ersten Antrag darf dein Arbeitgeber nicht ablehnen. Beachte bitte: Alle weiteren Anträge dürfen aus dringenden betrieblichen Gründen abgelehnt werden. Diese muss dein Arbeitgeber jedoch nachweisen!
  • Dauer: Du entscheidest, wie lange du in Elternzeit gehen möchtest (maximal 36 Monate). Der erste Antrag kann sich auf ein Jahr oder zwei Jahre beziehen. Die Planung und Absprachen mit dem Arbeitgeber für die ersten zwei Jahre sind für beide Seiten verbindlich. Das heißt: Wenn du nur ein Jahr beantragst, musst du nach Ablauf wieder arbeiten. Oder du stellst einen zweiten Antrag, den der Arbeitgeber jedoch ablehnen kann. In der Praxis werden daher zwei Jahre beantragt, die nach Bedarf um ein weiteres Jahr verlängert werden.
  • Teilzeitarbeit: Während der Elternzeit kannst du in Teilzeit arbeiten (15 - 30 Stunden). Der Arbeitgeber muss dir die Teilzeit jedoch nicht gewähren. Im Zeitraum, in dem dein Arbeitsvertrag ruht, kannst du allerdings auch bei einem anderen Arbeitgeber in Teilzeit beschäftigt sein.
  • Mitentscheidungsrecht: Solltest du im Nachhinein weniger Elternzeit nehmen, als du eingereicht hast, so muss es dir dein Arbeitgeber ebenfalls erlauben.
  • Frist: Du musst deinen Antrag auf Elternzeit in der Regel sieben Wochen vor Antritt schriftlich beim Arbeitgeber einreichen. Achtung: Du musst zwingend mit der Hand unterschreiben. Allein per E-Mail oder Fax reicht nicht.
  • Mutterschutz: Wird bei Müttern auf die Elternzeit angerechnet. Direkt nach der Geburt besteht zwei Monate Mutterschutz. Bei Frühchen verlängert sich der Mutterschutz automatisch.
  • Kündigung: Während der Elternzeit besteht gesonderter Kündigungsschutz. In dieser Zeit bist du also nur aus bestimmten Gründen kündbar, zum Beispiel
    • wenn deine Firma insolvent ist,
    • eine Standortauflösung ansteht oder
    • ein schwerer Vertrauensbruch (wie Diebstahl) vorliegt.

 

Ansonsten darf dir dein Arbeitgeber in der Elternzeit nicht kündigen.

Alles rund um den Antrag

Beantragst du Elternzeit, solltest du auf Folgendes achten:

  • Am besten bereitest du den Antrag auf Elternzeit schon vor. Damit bist du auf der sicheren Seite, falls das Baby früher kommt als erwartet.
  • Nach der Entbindung kannst du den Antrag entweder per Post abschicken oder persönlich dem Arbeitgeber überreichen.

 

Unser Tipp: Sprich am Besten so früh wie möglich mit deinem Arbeitgeber. Das ist nur fair. Auch er muss mit deinem längeren Ausfall planen. Je eher du ihn informierst, desto entspannter wird euer Verhältnis bleiben.

 


Wie lange ist die Elternzeit erlaubt?
  • Maximal drei Jahre, also 36 Monate.
  • Die Zeit zählt ab Geburt des Kindes und pro Elternteil.
  • Das erste Jahr der Elternzeit endet automatisch am Tag vor dem ersten Geburtstag des Kindes.
  • Die restlichen Monate der Elternzeit kannst du dann bis zum 8. Lebensjahr des Kindes beantragen.
  • Willst du zwischen dem 3. und dem 8. Lebensjahr Elternzeit beantragen, muss das 13 Wochen vorher schriftlich passieren.
  • Dein Arbeitgeber kann aus dringenden betrieblichen Gründen weitere Anträge ablehnen.

Darf ich während der Elternzeit in Teilzeit arbeiten?

Dein Arbeitsvertrag ruht während der Elternzeit. Was heißt das? Ganz einfach: Er wird eingefroren, sodass keine Rechte und Pflichten aus ihm geltend gemacht werden. Weder für dich noch für deine Firma. Wenn du in Teilzeit arbeiten möchtest, schließt du mit dem Arbeitgeber einen neuen Arbeitsvertrag. Dieser endet mit dem letzten Tag deiner Elternzeit.

Voraussetzung dafür ist natürlich, dass dein Arbeitgeber deinem Vorhaben zustimmt. Außerdem gilt Folgendes:

  • Die Arbeitszeit in der Woche muss mindestens 15 Stunden und darf maximal 30 Stunden umfassen.
  • Den Antrag auf Teilzeit musst du acht Wochen vor Arbeitsbeginn stellen.
  • Da dein alter Arbeitsvertrag ruht, kannst du später grundsätzlich problemlos in deine alte (Vollzeitbeschäftigung) einsteigen.
  • Bei dringenden betrieblichen Gründen kann dein Arbeitgeber den Antrag auf Teilzeit ablehnen. Solch ein Grund liegt beispielsweise vor, wenn keine geeignete Teilzeitstelle frei ist.

Elternzeit für Väter

Die vielen Vorteile der Elternzeit haben sich auch unter Vätern herumgesprochen: Immer mehr Männer nutzen daher dieses Angebot und unterbrechen ihre Tätigkeit oder reduzieren ihre Stunden. Für sie gelten selbstverständlich die gleichen Regelungen wie für Mütter. Mit einer Ausnahme: die Anrechnung des Mutterschutzes.


Elternzeit im Schnell-Check

Kinder zu bekommen, wird dir in Deutschland sehr schmackhaft gemacht. Denn du hast als Arbeitnehmer einen Anspruch auf Elternzeit. Heißt: Dein Unternehmen muss dich für die Kinderbetreuung unbezahlt von der Arbeit freistellen. In dieser Zeit bekommst du vom Staat Elterngeld: in der Regel die ersten 14 Monate lang. Bis zu drei Jahre können beide Elternteile bei jedem Kind gleichzeitig oder nacheinander zu Hause bleiben. Während der Elternzeit darf dir dein Chef prinzipiell nicht kündigen. Außerdem darfst du bis zu 30 Stunden pro Woche arbeiten, ohne dass die Elternzeit dadurch endet. Ist die Elternzeit vorbei, hast du das Recht auf deine alte oder eine vergleichbare Stelle.

 



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