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Versandkosten bei Widerruf: Wer zahlt?

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Die Jeans kneifen, die Espressomaschine hat die falsche Farbe und der Gürtel ist nicht lang genug: Wenn du beim Online-Shopping danebengreifst, kannst du die Ware zurückschicken. Dank des Rechts auf Widerruf. Doch wer übernimmt die Rücksendekosten? Hier erfährst du es.

Online-Shopping wird von Jahr zu Jahr beliebter. Kein Wunder: Es ist überall möglich, die Einkäufe sind schnell im Warenkorb und das lästige Besorgen fällt auch weg. Nachteil: Wenn du Klamotten nicht probierst oder technische Geräte nicht anschaust, kann es schon mal zu Fehlkäufen kommen. Die Sachen müssen also zurück. Dank des Rechts auf Widerruf ist das auch kein Problem.

Allerdings ist oft unklar, wer die Kosten für den Rückversand zahlt. In der Regel bist du als Käufer für die Kosten verantwortlich. Es gibt aber einige Ausnahmen.


Der Widerruf

Bei Online-Käufen haben Verbraucher ein 14-tätiges Widerrufsrecht. Was genau bei einem Widerruf passiert? Einfach erklärt, wird der Kaufvertrag rückabgewickelt. Demnach muss der Käufer die Ware wieder an den Verkäufer senden.

Du suchst Hilfe bei einem Widerruf? Wir beraten dich innerhalb kürzester Zeit. Auch beim Prüfen von AGBs.


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Wer zahlt die Versandkosten bei Widerruf?

Doch wie sieht die Rechtslage bei den Versandkosten aus? Die schlechte Nachricht: Seit 2014 trägt der Verbraucher grundsätzlich die Kosten. Also du. Davor war die Zahlung abhängig vom Wert der Ware. Das hat der Gesetzgeber geändert.

Du shoppst viel im Internet? Dann ist dir sicher schon aufgefallen, dass viele Online-Händler aus Servicegründen die Kosten für die Rücksendung freiwillig übernehmen. Welcher Verkäufer seine Versandkosten wie regelt, findest du in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) oder auf der Internetseite des jeweiligen Händlers.


Die Versandkosten im Überblick

Bei den Versandkosten geht es um

  • Kosten beim Versenden der eingekauften Ware und
  • Kosten beim Rückversand.

Die Kosten fürs Versenden deiner Einkäufe trägt grundsätzlich der Verkäufer. Allerdings zahlt er nur den Standardversand. Zuschläge für Expresslieferung oder Nachnahme muss der Verkäufer in der Regel nicht zahlen.

Für die Versandkosten bei Widerruf musst du normalerweise selbst aufkommen. Aufgepasst: Es kommt vor, dass Händler nicht ausreichend darüber informieren, wer die Kosten zu tragen hat. Fehlen diese Informationen, muss der Verkäufer die Rücksendekosten übernehmen.

Die Information über Versandkosten bei Rücksendung muss sich in der Widerrufsbelehrung befinden. Deshalb lohnt sich im Streitfall ein Blick in die Belehrung.

Der Retourenschein – ein echter Vorteil

Über den Retourenschein organisieren Online-Händler die Kostenübernahme. Für Verkäufer ist er eine sehr praktische Möglichkeit, den Widerruf zu gestalten. Mit Hilfe des Retourenscheins ist es für sie einfach, die zurückgesendete Ware zuzuordnen. Da Verkäufer dich aber nicht zwingen können, den Retourenschein zu nutzen, bieten sie eine kostenlose Rücksendung an. Eine Win-win-Situation für beide Seiten.


Teil-Widerruf – was ist das?

Beim Teil-Widerruf kann es problematisch werden. Warum? Die Antwort ist nicht ganz leicht. Falls du viel bestellt und die Mindestbestellgrenze für eine versandkostenfreie Lieferung erreicht hast, stellt sich die Frage: Hat der Online-Händler rückwirkend Anspruch auf die Versandkosten, wenn durch deinen Teil-Widerruf die Mindestbestellgrenze plötzlich unterschritten wird?  

Grundsätzlich hat er diesen Anspruch. Dafür sind aber klare Regelungen notwendig, denen du als Verbraucher zugestimmt haben musst. Und zwar in den AGB und in der Widerrufsbelehrung.


Die Widerrufsbelehrung

Oft schleichen sich Fehler in die AGB oder in die Widerrufsbelehrung von Online-Händlern ein. Grund sind die häufigen Gesetzesänderungen. Viele Online-Händler versäumen es, ihre AGB und ihre Widerrufsbelehrung entsprechend zu aktualisieren. Aber genau diese Dokumente sind die Grundlage für deine Rechte und Pflichten als Verbraucher.

Daher unser Tipp: Unbedingt in die AGB und in die Widerrufsbelehrung reinschauen. Das vermeidet Konflikte. Und lohnt spätestens im Streitfall.

Du streitest mit einem Online-Händler? Oder verstehst die AGB nicht? Dann wende dich direkt an unsere Rechtsanwälte: Sie prüfen deine Rechte und checken alle nötigen Dokumente.


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Lieferung per Spedition

Ein Sonderfall: Waschmaschine, Winterreifen & Co. Also Produkte, die nicht im Paket versandfähig sind. Hier muss eine Spedition liefern. Wie bei der Paketsendung gilt auch in diesem speziellen Fall, dass du als Käufer bei einer Rücksendung für die Versandkosten aufkommen musst.

Allerdings sind die Regeln hier verschärft: Der Verkäufer muss dich im Vorfeld über die konkrete Höhe der Versandkosten bei Widerruf informieren. Diese Information muss ebenfalls Teil der Widerrufsbelehrung sein. Lassen sich die Kosten nicht eindeutig bestimmen, reicht unter Umständen eine Schätzung der maximalen Kosten.

Aus diesem Grund ist es bei solchen Groß-Einkäufen besonders wichtig, in die Widerrufsbelehrung zu schauen. Erfahrungsgemäß sind Speditionskosten extrem hoch.


Versandkosten bei Widerruf: Wer übernimmt sie?

Du hast im Internet eingekauft und möchtest die Ware zurückschicken? Kein Problem. Als Verbraucher hast du ein 14-tägiges Widerrufsrecht. Wer die Versandkosten bei Widerruf übernimmt – du oder der Verkäufer –, steht meistens in den AGB und in der Widerrufsbelehrung. Wenn sich der Online-Händler nicht dazu äußert, kannst du davon ausgehen, dass du die Rücksendekosten zahlen musst.



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