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Urlaubsanspruch: Das ist dein Recht

Urlaubsanspruch

Work-Life-Balance ist dir wichtig und die Zeit für deinen nächsten Urlaub naht. Diesmal möchtest du länger weg – und völlig abschalten. Aber darfst du Urlaub nehmen, wann und wie lange du möchtest? Und: Verfällt dein Urlaub, wenn du länger krank warst oder gekündigt hast? Wir erklären, welchen Urlaubsanspruch du hast!


Du hast einen stressigen Job und auch privat ist bei dir immer was los. Zwischendurch brauchst du Urlaub – am liebsten mehrere Wochen am Stück. Denn du möchtest gerne in ferne Länder reisen oder einfach mal raus aus dem Büro sein. Aber geht das überhaupt? Ganz so einfach ist es nicht. Dein Urlaubsanspruch ist zwar gesetzlich geregelt. Vieles musst du jedoch direkt mit deinem Arbeitgeber besprechen.

Was genau regelt das Arbeitsrecht – was steht dir zu?


Wer hat Urlaubsanspruch? 

Das Wichtigste vorweg: Urlaubsanspruch haben alle Arbeitnehmer, auch Minijobber, Aushilfen und Werkstunden. Bei Letzteren gelten besondere Regeln, da sie auf Stundenbasis und oft unregelmäßig arbeiten. Hier wird für das Urlaubsgeld das durchschnittliche Gehalt der letzten 13 Wochen als Maßstab genommen.

Gesetzlicher Mindesturlaub: Das ist dein gutes Recht

Wie viele Urlaubstage stehen dir pro Jahr zu? Bei einer Fünf-Tage-Woche hast du einen gesetzlichen Anspruch auf 20 Tage – auch wenn du als Werkstudent täglich nur vier Stunden jobbst. Arbeitest du sogar sechs Tage pro Woche, beträgt dein gesetzlicher Mindesturlaub 24 Tage. Dies ist so im § 3 BUrlG (Bundesurlaubsgesetz) geregelt.

Wenn du Glück hast und dein Arbeitgeber großzügig ist, hast du 30 Tage Urlaub – das ist sogar üblich. Beachte aber: Wenn du einen neuen Job anfängst, kannst du erst nach sechs Monaten, also nach der Probezeit, den kompletten Jahresurlaub nehmen.


Du diskutierst gerade mit deinem Chef über deinen Urlaubsanspruch und willst wissen, was dir zusteht? Wir beraten dich innerhalb kürzester Zeit – auch in einem anderen Rechtsfall.


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Darf ich Urlaub nehmen, wann ich möchte?

Leider nein! Dein Arbeitgeber entscheidet, wann du Urlaub nehmen darfst. Allerdings muss er deine Wünsche berücksichtigen. So kann es passieren, dass dein Chef dir den Urlaub verweigert – weil zum Beispiel gerade viel los ist und wichtige Projekte anstehen. Oder weil deine Urlaubplanung mit der deiner Kollegen kollidiert. Sprich dich deshalb mit ihnen ab, bevor du deinen Urlaubsantrag stellst. Denke daran: Kollegen mit schulpflichtigen Kindern haben Vorrang und dürfen ihren Urlaub in den Schulferien nehmen.  

Wie lange darfst du am Stück weg sein? Gesetzlich steht dir ein zusammenhängender Urlaub von zwei Wochen pro Jahr zu. Willst du also länger an der australischen Küste surfen oder am goldenen Strand Bulgariens relaxen, musst du deinen Vorgesetzten fragen, ob das geht.


Darf mein Chef genehmigten Urlaub streichen?

Ja, das darf er, wenn du dem zustimmst. Liegt im Unternehmen eine existenzbedrohende Ausnahmesituation vor, kann er das auch ohne deine Zustimmung machen.

In jedem Fall muss er aber deine sämtlichen angefallenen Urlaubskosten erstatten!

Wann verfällt mein Urlaub, wenn ich ihn nicht nehme?

Deine Urlaubstage verfallen nicht automatisch am 31. Dezember des Jahres, wenn du sie nicht alle genommen hast. Dein Arbeitgeber muss dich rechtzeitig darauf hinweisen. Du kannst aber mit deinem Chef eine Ausnahme vereinbaren und den Resturlaub ins Folgejahr mitnehmen. Diesen musst du jedoch bis zum 31. März verbrauchen! Laut Europäischem Gerichtshof verfällt dein Urlaub bis zum Ende des Jahres erst dann, wenn du selbst darauf verzichtet hast – und das schriftlich!

Geld statt Urlaub? Leider nein – deine Urlaubstage kannst du dir nicht auszahlen lassen.

Dein Urlaubanspruch bei Krankheit

Solltest du mal länger krankgeschrieben sein, verfällt dein Urlaubsanspruch ebenfalls nicht bis zum Jahresende. In so einem Fall kannst du deinen Resturlaub noch 15 Monate nach Ablauf des Jahres nehmen. Das bedeutet: Er ist erst am 31. März des übernächsten Jahres hinfällig.

Wenn es dich im Urlaub erwischt, kannst du deine Urlaubstage rückwirkend in Krankentage umwandeln lassen – und deine kranken Urlaubstage werden dir gutgeschrieben. Allerdingst geht es nur mit dem ärztlichen Attest. Hast du also im Urlaub Grippe, geh am besten gleich zum Arzt.


Dein Urlaubsanspruch während der Elternzeit

Mal in die Zukunft gedacht: Hast du vor, Vater zu werden, steht dir die sogenannte Elternzeit zu – und zwar für insgesamt 36 Monate. Aber wie sieht es mit dem Anspruch auf Erholungsurlaub in dem Jahr aus, in dem du deine Elternzeit hast?

Ja, den hast du, aber nur, wenn du in Teilzeit arbeitest. Ansonsten kann dir dein Arbeitgeber deinen Urlaub kürzen – und zwar für jeden vollen Kalendermonat der Elternzeit um ein Zwölftel!

Dein Urlaubsanspruch bei Kündigung

Kündigst du bis zum 30. Juni des Jahres, hast du den Anspruch auf einen Teil deines Jahresurlaubs. Gut zu wissen: Bei Kündigung ab dem 1. Juli behältst du den vollen gesetzlichen Mindesturlaub! Übrig gebliebene Urlaubstage kannst du dir nach Ablauf deiner Kündigungsfrist auszahlen lassen. Dies gilt allerdings nur, wenn du:

  • in diesem Unternehmen in den letzten sechs Monaten gearbeitet hast und
  • nicht gleich bei einem neuen Arbeitgeber anfängst – denn du hast pro Jahr nur einmal den vollen Urlaubsanspruch. In diesem Fall muss dein alter Arbeitgeber deinem neuen Arbeitgeber mitteilen, wie viele Urlaubstage du bereits genommen hast.

Damit dein Jahresurlaub rund läuft

Schwebt dir ein schöner, langer Urlaub in der Ferne vor, solltest du vor der genauen Reiseplanung ein paar Sachen in der Arbeit klären. Stimme dich mit deinen Kollegen ab und beachte dabei die Ferienzeiten. Können sie dich in dem angedachten Zeitraum vertreten? Wenn es so ist, sprich mit deinem Chef. Genehmigt er dir deinen ausgedehnten Urlaub? Dann mache das gleich schriftlich fix – erst dann kannst du entspannt deine Koffer packen und Tickets buchen. Denn vieles ist zwar vom Gesetzgeber strikt geregelt. Einiges ist und bleibt eine reine Goodwill-Aktion deines Arbeitgebers.

 



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