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Tierhaltung in der Mietwohnung: Was ist erlaubt?

Artikel Tierhaltung Hund Liegt Am Bett Der Besitzerin

Du willst dir einen Hund oder ein anderes Haustier zulegen. Aber wie gehst du als Mieter am besten vor? Vor allem, wenn der Vermieter dagegen ist? Was du über Tierhaltung in Mietwohnungen wissen solltest – und wie sie gesetzlich geregelt ist.

Deinen Traum vom Haustier kannst du dir als Mieter nicht immer leicht erfüllen. Wenn du Glück hast, ist dein Vermieter ein Tier-Fan und hat nichts dagegen. Doch häufig kommt es wegen Tierhaltung in der Mietwohnung zum Streit. Vor allem wegen größeren Haustieren wie Hunden oder Katzen. Aber ist ein Haustierverbot rechtens?

Die gute Nachricht vorweg: Grundsätzlich gibt es kein allgemeines Verbot zur Tierhaltung in Mietwohnungen. Dennoch kommst du um das Gespräch mit deinem Vermieter nicht herum. Und für bestimmte Tierarten brauchst du sogar eine gesetzliche Haltungserlaubnis.

 


Tierhaltung in Mietwohnungen: Das sind deine Pflichten als Mieter

Ob Hund, Katze oder Meerschweinchen: Wenn du ein Haustier in deiner Mietwohnung halten möchtest, solltest du folgende Punkte beachten:

  • Du muss dein Haustier artgerecht halten und
  • Rücksicht auf deine Nachbarn nehmen.
  • Hausfriedensstörungen musst du bei Tierhaltung in der Mietwohnung auf ein Minimum reduzieren oder beseitigen. Zwar ist gelegentliches Bellen in Ordnung – nicht jedoch, wenn dein Hund ständig kläfft.

Dein Traum vom Haustier: So gehst du am besten vor

Bevor du dich nach einem Haustier umschaust, solltest du dich umfassend informieren: Was geht ohne Probleme und für welche Tierarten brauchst du eine Erlaubnis? Daher:

  1. Schau in deinem Mietvertrag nach, ob er eine Klausel zur Tierhaltung in Mietwohnungen enthält.
  2. Suche in jedem Fall ein Gespräch mit deinem Vermieter, um im Vorfeld unnötige Konflikte zu vermeiden.
  3. Wenn er nichts gegen Haustiere hat, lass es am besten in deinem Mietvertrag festhalten.

Klauseln zur Tierhaltung im Mietvertrag und ihre Bedeutung

  • Haustiere sind erlaubt

Gratulation! Diese Klausel ist die beste Voraussetzung, wenn du dir ein Haustier zulegen möchtest. Sie meint jedoch die üblichen Haustiere wie Hunde, Katzen und Kleintiere. Exotische oder gar gefährliche Tierarten (wie Schlangen oder Spinnen) gehören nicht dazu – dafür benötigst du eine gesonderte Erlaubnis!

  • Hund und Katze nur mit Zustimmung

So eine Formulierung ist grundsätzlich erlaubt. Damit lässt sich der Vermieter offen, ob er der Tierhaltung in der Mietwohnung zustimmt oder nicht. Für ein Nein benötigt der Vermieter auf jeden Fall einen triftigen Grund.

  • Haustiere sind verboten

Diese Klausel ist unwirksam und unzulässig (BGH-Urteil vom 20. März 2013).

  • Keine Klausel zur Tierhaltung in der Mietwohnung

In so einem Fall musst du dich mit dem Vermieter abstimmen, ob er grundsätzlich Tierhaltung in der Mietwohnung zulässt.


Du streitest mit deinem Vermieter wegen der Tierhaltung in deiner Mietwohnung? Dann kann eine Erstberatung helfen!


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Mögliche Gründe für das Haustierverbot

Für ein Haustierverbot braucht dein Vermieter einen triftigen Grund. So kann er dagegen sein, wenn andere Mieter Angst vor bestimmten Tierarten oder eine Tierhaarallergie haben. Zudem kann dir Tierhaltung in der Mietwohnung verboten werden, wenn dadurch eine extreme Geruchs- oder Lärmbelästigung zu erwarten ist.  

Und wie sieht es aus, wenn dein Besuch sein Haustier mitbringt? Das ist kein Problem: Der Vermieter darf das nicht verbieten – unabhängig davon, was in deinem Mietvertag steht. Aber Achtung: Du darfst keine fremden Tiere für einen längeren Zeitraum in deiner Wohnung aufnehmen (sogenanntes Tiersitting) – das ist nicht erlaubt!                     

Es kommt also immer auf den Einzelfall an.


Hunde und Katzen: Kein generelles Halteverbot

Leider ist die Tierhaltung in Mietwohnungen im deutschen Mietrecht nicht eindeutig geregelt. Sogar bei so beliebten Tierarten wie Hunden und Katzen scheiden sich die Geister. Im BGH-Urteil vom 20. März 2013 (Az.: VIII ZR 168/12) heißt es: Ein generelles Verbot von Katzen- und Hundehaltung ist rechtlich unwirksam, da so eine Klausel dich als Mieter in einem unangemessenen Maß benachteiligt. Andererseits musst du Rücksicht auf deine Nachbarn nehmen – und kannst dir nicht einfach so eine Katze oder einen Hund holen. Daher hängt es hier immer von der Situation in deinem Haus ab.


Kleintiere mit wenigen Ausnahmen erlaubt

Kleintiere wie Hamster, Wellensittiche, Zierfische oder Meerschweinchen darfst du auch ohne Erlaubnis deines Vermieters halten. Und eine Verbotsklausel im Mietvertrag ist rechtlich unwirksam. Allerdings gibt es auch hier einige Ausnahmen.

 


Haltung von Kleintieren: Ausnahmen beachten
  • Ratten: Es gab bereits mehrere Urteile, die das Halten von Ratten verboten haben – weil die Tiere bei einigen Menschen ein Ekelgefühl auslösen können.
  • Ziervögel: Auch das Halten von manchen Singvogel-Arten kann problematisch werden, aufgrund des Lärms während der offiziellen Ruhezeiten.
  • Frettchen: Diese putzigen Tierchen sind bei Richtern wohl auch unbeliebt – weil sie extrem riechen und die Wohnung verschmutzen.

Du willst dir unbedingt ein Haustier zulegen und brauchst einen Rat, wie du es mit deinem Vermieter am besten angehst? Unsere Rechtsanwälte beraten dich innerhalb kürzester Zeit – auch in allen Rechtsfällen!


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Für diese Tiere brauchst du unbedingt eine Erlaubnis

Bei diesen exotischen oder gefährlichen Tierarten benötigst du eine Halteerlaubnis von deinem Vermieter:

  • Gift- oder Würgeschlangen,
  • Kampfhunden,
  • Papageien,
  • Riesenspinnen und
  • Skorpionen.

Ausnahme: ungiftige und ungefährliche Schlangen.

 


Nachträgliches Tierhaltungsverbot

Hast du die Erlaubnis deines Vermieters zur Tierhaltung, kann er diese jederzeit zurücknehmen. Folgende Gründe gelten dafür als triftig:

  • Dein Haustier greift Nachbarn an,
  • verschmutzt das Treppenhaus, oder
  • andere Hausbewohner reagieren allergisch auf die Tierhaare.

Stört es den Hausfrieden, muss dein Haustier leider ausziehen. Ansonsten riskierst du sogar eine Kündigung des Mietvertrags

Tierhaltung in der Mietwohnung: Was es zu beachten gilt

Grundsätzlich ist Tierhaltung in der Mietwohnung nicht verboten. Jedoch ist sie auch nicht eindeutig gesetzlich geregelt. Daher solltest du auf jeden Fall im Vorfeld mit deinem Vermieter reden, ob du dir einen Hund oder eine Katze holen darfst. Im schlimmsten Fall hat er einen schwerwiegenden Grund, dir das zu verbieten. Bei exotischen Tieren brauchst du sogar eine gesetzliche Halteerlaubnis. Dafür hast du bei Kleintieren wie Hamstern oder Meerschweinchen immer grünes Licht.



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