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Geregelter Nachlass: Mit dem richtigen Testament entspannt vererben

 


Artikel Testament

An den Tod mag keiner denken. Sich mit dem eigenen auseinandersetzen schon gar nicht. Ein Testament brauchen doch nur Alte? Falsch! Oder möchtest du, dass der Staat dein Vermögen erbt?


In der Zeitung liest du es immer öfter: Junger Mann verunglückt. Oder: Mutter viel zu früh nach kurzer schwerer Krankheit gestorben. Ein Schock für alle! Ein Freund oder geliebter Mensch ist plötzlich nicht mehr da. Und zu allem Schmerz und der Fassungslosigkeit kommen dann auch noch die Formalitäten. Welche Erleichterung, wenn zumindest das zu Lebzeiten geregelt wurde.

Doch die Zahlen sind alarmierend: Nur jeder vierte Deutsche verfügt über ein rechtskräftiges Testament oder einen Erbvetrag. Dabei weiß doch jeder, wie extrem ein Todesfall Angehörige, Freunde und Nahestehende belastet.


Brauche ich wirklich ein Testament?

Klare Antwort: ja! Denn in Deutschland kann jeder seine Erben selbst bestimmen, sei es deine Freundin oder eine Organisation. Wenn du jedoch ohne Testament oder Erbvertrag stirbst, hast du keinen Einfluss darauf, wer deinen Nachlass erhält. Das heißt, ohne Testament greift die gesetzliche Erbfolge.

 

Sie ist im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) geregelt und nach dem Verwandtschaftsgrad geordnet:

  • Erben erster Ordnung: Kinder, Enkel, Urenkel
  • Erben zweiter Ordnung: Eltern, Geschwister, Nichten und Neffen
  • Erben dritter Ordnung: Großeltern, Onkel, Tanten, Cousinen und Cousins

Im Detail heißt das: Kinder und Enkel erben zuerst. Findet sich kein Verwandter der 1. Ordnung, folgen die Verwandten der 2. Ordnung. Und so weiter. Neben den Verwandten erben auch überlebende Ehegatten und Partner einer eingetragenen Lebenspartnerschaft. Sie bekommen grundsätzlich laut Gesetz:

  • neben Verwandten der 1. Ordnung ein Viertel des Erbes,
  • neben Verwandten der 2. Ordnung oder neben Großeltern die Hälfte des Erbes.

 

Je nachdem, ob ein Ehevertrag vorliegt und was darin vereinbart ist, ändert sich der Anteil am Erbe.


Besonderheiten in der gesetzlichen Erbfolge
  • Stief- und Pflegekinder sowie nicht verheiratete Partner haben keinen Anspruch auf das Erbe.
  • Adoptivkinder, die nach dem 1. Januar 1977 adoptiert wurden, werden wie leibliche Kinder
  • Gibt es weder Testament noch Verwandte, erbt automatisch der Staat.
  • Das Testament kann von der gesetzlichen Erbfolge abweichen. Allerdings können Verwandte der ersten Ordnung und Ehepartner ihren Pflichtteil Er umfasst die Hälfte des Vermögens und muss ausgezahlt werden.

Wie verfasse ich ein Testament?

Wenn du als Laie dein Testament selbst schreibst, muss alles stimmen. Im Streitfall können Ungenauigkeiten oder Fehler schnell zum Nachteil für die Begünstigten führen. Was musst du beachten?

  • Es reichen ein einfaches Blatt Papier und ein Stift.
  • Ein privates Testament ohne Notar musst du von Beginn bis Ende handschriftlich Computer oder Schreibmaschine sind nicht erlaubt. Auch ein ausgedrucktes Testament mit handschriftlicher Unterschrift reicht nicht aus.
  • Wenn deine Handschrift nicht so gut leserlich ist, kannst du eine maschinenschriftlich verfasste Leseabschrift beifügen.
  • Du musst dein handschriftliches Testament nicht notariell beurkunden

Wer nicht mehr in der Lage ist, selbst zu schreiben, muss zum Notar gehen und sein Testament notariell aufsetzen lassen.


Voraussetzungen für ein privatschriftliches Testament

Das muss unbedingt in dein Testament:

  • Volljährigkeit
  • eindeutige Überschrift, zum Beispiel Mein Testament
  • eindeutige Angaben zu den Erben und zum Erblasser
  • Ort und Datum
  • Unterschrift mit Vor- und Nachnamen

Das Datum muss am Ende des Testaments stehen. Falls du etwas ändern möchtest, kannst du diese auf dem gleichen Blatt machen. Aber bitte mit neuer Unterschrift und neuem Datum. Unser Tipp: Geh auf Nummer sicher und hinterlege dein privates Testament beim zuständigen Nachlassgericht. Das kostet ca. 100 Euro.


Du weißt nicht genau, wie du dein Testament aufsetzt? Oder du brauchst schnell Unterstützung bei einem Erbrechtsfall? Wir beraten dich innerhalb kürzester Zeit – auch in allen anderen Rechtsfragen.

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Diese Fehler solltest du im Testament vermeiden

Fehler im Testament entstehen vor allem, wenn du entweder nicht klar formulierst oder deine Wünsche unwirksam formulierst. Das machen Laien besonders häufig falsch:

  • Formfehler,
  • mehrdeutige Formulierungen und
  • nicht eindeutige Aufteilung des Vermögens.

Auf folgende Punkte solltest du achten:

Die Form

Du möchtest auf einen Notar verzichten? Dann solltest du von Anfang bis Ende mit der Hand schreiben. Fügst du etwas hinzu, muss deine Unterschrift ganz unten neu stehen.

Die Aufbewahrung

Was nützt das beste Testament, wenn es im Ernstfall unentdeckt bleibt? Deshalb: Dein Testament muss leicht zu finden sein. Am besten hinterlegst du es bei einer vertrauenswürdigen Person, einem Freund, einem Anwalt – oder, um auf Nummer sicher zu gehen, gegen eine Gebühr beim Amtsgericht deines Wohnortes!

Der Zeitpunkt

Wichtig ist, dass du in der Lage bist, ein Testament aufzusetzen. Beispiel: Wer an Alzheimer erkrankt und danach sein Testament verfasst, kann im Erbfall Streitigkeiten auslösen. Im schlimmsten Fall können deine Nachkommen das Testament anfechten.

Die Formulierung

Wähle deine Worte klar und deutlich und formuliere eindeutig. Du kannst dein Testament gern bei uns prüfen lassen.


Alternative zum Testament: Der Erbvertrag

Eine andere Möglichkeit, deinen Nachlass zu regeln, ist der Erbvertrag. Was ist der Unterschied? Im Testament regelst du als Erblasser deinen letzten Willen allein. Das heißt, du bestimmst, wer was bekommt. Außerdem kannst du dein Testament jederzeit ändern.
Beim Erbvertrag sind zwei Parteien beteiligt: die Person, die etwas gibt sowie die, die etwas erhält. Das kann bei unverheirateten Paaren sinnvoll sein. Oder auch, wenn du deine Firma auf deine Kinder übertragen willst. Im Unterschied zum Testament müssen beide Seiten dem Inhalt des Erbvertrags zustimmen.

Beachte bitte:

  • Du musst den Erbvertrag beim Notar schließen.
  • Der Erbvertrag darf nicht einseitig verändert oder gekündigt werden.

Dein Testament: Besser früh als zu spät

Es ist nie zu früh, seinen Nachlass zu regeln. Wenn du rechtzeitig vorsorgst, entlastest du später deine Hinterbliebenen. Nur ein sorgfältig aufgesetztes und korrekt verfasstes Testament ist wirklich gültig. Und stellt sicher, dass sich alle daran halten. So kommt dein Vermögen in die richtigen Hände.



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