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Scheidung: So bist du bestens vorbereitet

Scheidung

Du hast dich getrennt und eure Scheidung ist beschlossene Sache. Doch wie geht es weiter? Mit unseren Tipps bist du auch rechtlich bestens vorbereitet und bringst den unangenehmen Prozess sicher hinter dich.


Die Scheidungsquote geht kontinuierlich zurück – trotzdem wird immer noch jede dritte Ehe in Deutschland geschieden. Nun trifft sie dich auch: die Scheidung. Nach dem ersten emotionalen Chaos wird dir klar, dass nun ein klarer Kopf gefragt ist. Denn viele Fragen sind offen – und du musst viele rechtliche, finanzielle und bürokratische Hürden überwinden. Damit alles reibungslos läuft, musst du einige Dinge beachten.


Scheidung: Das sind die ersten Schritte

Jetzt ist klar: Ihr trennt euch, trotz vieler schöner Momente. Die Lage ist eher angespannt und es fällt dir schwer, klar zu denken. Da hilft ein guter Plan! Das sind deine ersten Schritte:

1. Überblick verschaffen: Mit diesen wichtigen Dokumenten

Ohne richtige Unterlagen gibt es keine Scheidung. Beginne deshalb sofort damit, wichtige Papiere zu sammeln. Für deine Scheidung brauchst du:

  • Personalausweis und Reisepass
  • Geburtsurkunde (auch die der Kinder)
  • Heiratsurkunde
  • Nachweise über gemeinsame Geldanlagen wie Wertpapiere, Sparbücher, Unternehmensbeteiligungen, Aktienfonds etc.
  • Kontoauszüge
  • Gehaltsbescheinigungen
  • Versicherungsbriefe wie Kranken- und Lebensversicherung
  • Rentenbescheinigungen
  • Familienstammbuch, falls vorhanden
  • Auszüge aus dem Grundbuch
  • Mietverträge

Diese Dokumente helfen dir, den Durchblick zu bekommen: Wie steht es um deine finanzielle Situation? Habt ihr gemeinsame Konten, Versicherungen, Verträge, die ihr lösen müsst? Fragen über Fragen …

2. Finanziell unabhängig werden: Dank dem eigenen Konto

Wenn du noch kein eigenes Konto hast, solltest du als Nächstes zur Bank gehen und eins eröffnen: für all deine künftigen Zahlungen und dein Gehalt. Falls du bereits dein eigenes Konto hast, denke an mögliche Partnerkarten: Diese solltest du sperren und deinem Ex-Partner alle Vollmachten entziehen. Das ist auch die Basis für den rechtlichen Start in das sogenannte Trennungsjahreine der Voraussetzungen für deine Scheidung!

3. Rechtliche Hilfe holen: Rechtsanwalt ist Pflicht

Vor dem Familiengericht muss dich ein Anwalt vertreten – das ist in Deutschland Pflicht, auch Anwaltszwang genannt. Es reicht, wenn einer von euch einen engagiert, vor allem, wenn ihr beide mit der Scheidung einverstanden seid. Vermutest du, dass ihr euch nicht ohne Streit (zum Beispiel wegen Unterhalt) trennen werdet, brauchst du unbedingt deinen eigenen Anwalt. Vorab hilft dir eine Rechtsberatung, die Lage richtig einzuschätzen.

4. Jetzt ist es offiziell: Dokumentiere das Trennungsdatum

Der Beginn des Trennungsjahres solltest du unbedingt schriftlich festhalten. Am besten schickst du deinem Ex-Ehepartner ein Einschreiben oder ein Fax, in dem du deinen Trennungswunsch mitteilst.


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Annulierung oder Scheidung?

Vor dem Gesetzt kann eine Ehe – auch eine sehr kurze – nur eine Scheidung trennen. Es wird allerdings zwischen Annullierung der Ehe und Scheidung unterschieden. Zu den möglichen Gründen für eine Annullierung zählen:

 

- Heirat unter Drohung, Drogen- oder Alkoholeinfluss,

- Scheinehe,

- Vortäuschung falscher Tatsachen wie das Verheimlichen ansteckender Krankheiten oder Vorstrafen.

 

Bei der Annullierung geltet ihr vor dem Gesetz als noch nie verheiratet gewesen. Dabei entfallen alle möglichen Ansprüche wie Versorgungsausgleich oder Unterhalt.

Das muss vor der Scheidung geklärt werden

Bevor deine Scheidung vollbracht ist, musst du mit deinem noch Ehepartner einiges klären. Vor allem, wenn ihr Kinder habt oder vermögend seid – und dies auch noch ohne Ehevertrag. Diese Dinge sollten auf deiner persönlichen Checkliste stehen:


Sorgerecht und Kindesunterhalt:

  • Wo werden eure Kinder wohnen?
  • Welchen Kindern steht der Unterhalt rechtlich zu und wer zahlt ihn?

Ehegattenunterhalt: Einen Anspruch hat

  • ein Partner, der weniger als der andere arbeiten kann – weil er sich hauptsächlich um die Kinder kümmert;
  • ein Partner, der sich nicht selbst versorgen kann – zum Beispiel aufgrund von seiner Krankheit;
  • einer der Partner, wenn es so im Ehevertrag festgelegt

Versorgungsausgleich: Dieser regelt die faire Verteilung der Rente nach eurer Scheidung.

Dafür gibt es folgende Gründe:

  • Das Gesetzt sieht die Altersvorsorge ebenfalls als eine finanzielle Leistung an, die wie euer Einkommen gerecht aufgeteilt werden muss.
  • Wenn während der Ehe nur ein Partner arbeitet – weil der andere Partner sich zum Beispiel ausschließlich um die Kinder kümmert – zahlt der nicht berufstätige Partner keine Beiträge an die Rentenkasse.

 

Der Versorgungsausgleich schützt also vor Benachteiligung. Dafür ermittelt das Gericht den Rentenanspruch und jeder von euch erhält seinen eigenen. Es sei denn, ihr habt einen Ehevertrag, der das ausschließt.

Was kostet eine Scheidung?

Du fragst dich, wie teuer deine Scheidung sein wird? Scheidungskosten sind von eurem Einkommen und dem Vermögen abhängig – je mehr Kohle ihr also habt, desto kostspieliger wird es. Dabei legt das Gericht den sogenannten Streit- oder Verfahrenswert fest. Nach diesem Wert werden Anwalts- und Gerichtskosten berechnet.

 


Scheidungskosten: Das ist der Durchschnitt

Scheidungskosten hängen von vielen Faktoren ab. Geht ihr im Streit auseinander, wird es teurer. Denn dann müssen eure Anwälte länger verhandeln.

 

Im Durchschnitt liegen die

- Anwaltskosten pro Rechtsanwalt bei 1.500 - 2.500 Euro*

- Gerichtskosten bei 200 - 400 Euro* (diese Kosten teilt ihr euch – unabhängig davon,

  wer den Antrag gestellt hat)

- Scheidungskosten zwischen 2.500 – 5.000 Euro*

 

Übrigens: Egal, ob ihr eure Ehe annullieren oder euch scheiden lässt: Es kostet gleich!

 

* Angaben ohne Gewähr

Damit ihr die Scheidungskosten möglichst gering haltet, solltet ihr euch vor dem Prozess in den meisten Punkten einigen. Ihr zofft euch ständig? Dann holt besser einen Mediator zur Hilfe. Dieser sucht mit euch gemeinsam nach einer friedlichen Lösung, die euch beiden passt.


Lösungen über das Rechtliche hinaus

Ein erfahrener Anwaltsmediator unterstützt dich rund um Fragen zu deiner Scheidung!

Wie lange dauert eine Scheidung?

Ihr habt euer Trennungsjahr hinter euch. Alle rechtlichen und finanziellen Sachen sind inzwischen geklärt. Ihr habt die nötigen Unterlagen beisammen und einen Anwalt engagiert. Wie lange dauert nun eure Scheidung? In der Regel geht es ziemlich schnell: Euer Rechtsanwalt beantragt für euch beim zuständigen Familiengericht die Scheidung – und ihr bekommt einen Gerichtstermin. Sobald ihr aus dem Gerichtssaal kommt, seid ihr geschiedene Leute.

Wenn ihr euch allerdings uneinig seid, dauert eure Scheidung solange, bis alles geklärt ist!


Sonderarten der Scheidung

Wenn es mal nicht so glatt läuft: In besonders verzwickten Fällen geht es hart auf hart zu – wenn ein Ehepartner zum Beispiel gewalttätig oder drogensüchtig geworden ist. Dafür gibt es eine besondere Art der Scheidung: Härtefallscheidung. Hier kannst du deinen Scheidungsantrag auch vor Ablauf des Trennungsjahres einreichen. Achtung: Für die Härtescheidung sind Beweise wie Ärztebescheinigungen oder Zeugenaussagen notwendig!

 

Lebt ihr seit mindestens drei Jahren nicht mehr zusammen, gilt der sogenannte Zerrüttungsprinzip: Das Familiengericht sieht eure Ehe als gescheitert an. In solchen Situationen könnt ihr ohne Probleme geschieden werden – auch wenn einer von euch mit der Scheidung nicht einverstanden ist.

So läuft deine Scheidung reibungslos

Sobald die Entscheidung gefallen ist, engagiert möglichst bald einen Anwalt. Versucht außerdem, euch noch vor der Scheidung über die entscheidenden Sachen zu einigen – wie den Unterhalt oder das Sorgerecht für die Kinder. Prüft außerdem, was in eurem Ehevertrag steht, wenn ihr einen habt. Für diese Vorbereitung habt ihr ein ganzes Jahr Zeit: das Trennungsjahr. Ohne das ist eine Scheidung (außer in den bereits genannten Ausnahmefällen) nicht möglich ist. Mit all diesen Tipps reduziert ihr euren Aufwand – und haltet die Kosten und die Dauer der Scheidung so gering wie möglich.



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