telefonische Rechtsberatung
Zurück

Patientenverfügung: Wozu du sie brauchst

Artikel Patientenverfügung Rotes Herz Stethoskop

Du willst über dein Leben selbst entscheiden – immer und überall? Eine Patientenverfügung macht es dir sogar dann möglich, wenn du es nicht mehr aktiv tun kannst. Weil du zum Beispiel nach einem Unglück im Koma liegst. Was du über dieses Vorsorge-Dokument wissen solltest, verraten wir dir hier. 


Patientenverfügung: Was das ist und was sie regelt

Eine Patientenverfügung ist – als Teilgebiet der Vorsorge – deine Willenserklärung. Sie beruht auf einer klaren rechtlichen Grundlage und wird im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) unter § 1901a definiert.

Patientenverfügung: Das sind die Voraussetzungen

  1. Du bist 18 Jahre oder älter,
  2. geistig gesund und
  3. gibst deine Willenserklärung schriftlich ab.

Mit einer Patientenverfügung legst du fest, welche medizinischen Maßnahmen jeder behandelnde Arzt treffen darf und welche er unterlassen soll. Natürlich nur, wenn du nach einem Unfall oder einer schweren Krankheit nicht mehr äußerungs- oder einwilligungsfähig bist.

Zudem hältst du darin fest, ob du lebensverlängernde Maßnahmen wünschst und wie lange diese andauern sollen – wenn du zum Beispiel im Koma liegst.


Das sind lebensverlängernde Maßnahmen:
  • Reanimationsmaßnahmen
  • Antibiotika in gesundheitlichen Krisensituationen
  • Künstliche Ernährung durch Magenzugang

Unser Tipp: Informiere dich bei deinem Arzt des Vertrauens, welche lebensverlängernde Maßnahmen für dich in Frage kommen könnten.

Wann eine Patientenverfügung wirklich hilfreich ist

Für diese Fälle ist eine Patientenverfügung sinnvoll:

  • schwere Hirnschädigungen,
  • Koma,
  • Demenz,
  • Alzheimer.

Mediziner sind an deine Weisungen gebunden und dürfen in keinem Fall davon abweichen. Dank der Patientenverfügung kannst du also dein Leben eigenverantwortlich gestalten – und erleichterst Ärzten, medizinischem Personal sowie deinen Familienangehörigen schwierige Entscheidungen. Daher ist es wichtig, dass du deine Wünsche konkret formulierst.

Lass dich am besten von Medizinern oder Juristen beraten – auch, um mögliche Folgen zu klären! So weißt du sicher, was wirklich passiert, wenn du einzelne Punkte in der Patientenverfügung eingetragen hast.

 

Du möchtest eine rechtssichere Patientenverfügung erstellen und bist dir nicht sicher, was für dich sinnvoll ist? Wir beraten dich und beantworten deine Fragen innerhalb kürzester Zeit! Auch in allen Rechtsfällen.


Lass deinen Fall von unseren Rechtsanwälten individuell prüfen.

Recht bekommen kann schnell teuer werden – wir wollen das ändern!

Was passiert, wenn ich keine Patientenverfügung habe?

Falls du keine Patientenverfügung hast und ein medizinischer Notfall eintritt, müssen deine Nächsten über dein Leben (oder deinen Tod) entscheiden – oft werden Familienangehörige die gesetzlichen Betreuer. Derartige Extremsituationen sind für sie meist eine große emotionale Belastung. So fällt es ihnen schwer, objektiv zu bleiben und einzig nach deinen Wünschen zu handeln. Wenn sie überhaupt wissen, was du gewollt hättest.

Ohne der Patientenverfügung läufst du also Gefahr, zum Beispiel jahrelang an dein Krankenbett gefesselt oder an Schläuche gebunden zu sein. Oder andere entscheiden für dich, ohne deine Wertvorstellungen zu kennen (BGH Urteil vom 2. April 2019 Az.: VI ZR 13/18). Bei diesem Fall ging es um einen schwer kranken Vater, der fünf Jahre lang künstlich ernährt wurde. Sein Sohn hat den Hausarzt auf Schadensersatz und Schmerzensgeld verklagt. Das Gericht hat entschieden, dass Ärzte dafür nicht haften, wenn keine Patientenverfügung vorliegt.


Was gehört in eine Patientenverfügung?

In der Patientenverfügung sollen dein Wille und deine ethischen Vorstellungen berücksichtigt werden. Damit sie rechtlich gültig ist, muss sie folgende Informationen enthalten:

  • Name,
  • Geburtsdatum,
  • aktuelle Wohnanschrift,
  • Ausstellungsdatum,
  • deine Unterschrift.

Aus ärztlicher Sicht kannst du darin folgende Punkte festhalten:

  • deine Behandlungswünsche für alle wichtigen medizinischen Situationen wie Schlaganfall, Koma, notwendige Wiederbelebung oder Beatmung,
  • deine Pflegewünsche,
  • deinen aktuellen Gesundheitszustand und Medikamente, die du nimmst,
  • deine früheren Erkrankungen,
  • deine Vertrauensperson, an die du alle Auskunftsrechte übertragen möchtest (informiere diese rechtzeitig darüber!),
  • deine Wünsche bzgl. der Organspende,
  • deine Wünsche zur Sterbehilfe.

Bewahre deine Patientenverfügung so auf, dass deine Kontaktperson schnell und einfach darankommt – zum Beispiel sichtbar in einer Schublade deines Schreibtisches.

Auch interessant: Geregelter Nachlass? Mit dem richtigen Testament!


Wirksamkeit der Patientenverfügung
  • Aktualisiere deine Patientenverfügung alle fünf Jahre.
  • Prüfe sie auf ihre Gültigkeit.
  • Beziehe deine momentane Lebenssituation und die Aktualität der lebensverlängernden Maßnahmen mit ein.

Du hast eine Patientenverfügung erstellt, bist dir aber nicht sicher, ob sie rechtlich in Ordnung ist? Teste unsere Blitz-Dokumentenprüfung oder die schriftliche Soforthilfe.


Patientenverfügung: Du entscheidest über dein Leben!

Du willst eigenverantwortlich leben? Dann ist es auf jeden Fall sinnvoll, frühzeitig eine Patientenverfügung zu erstellen. Damit entlastest du – in Notsituationen wie Koma oder Alzheimer– nicht nur Ärzte, sondern vor allem deine Verwandten und Freunde. Und du gestaltest dein Leben allein nach deinen Wünschen und Vorstellungen! Unser Tipp: Lass dich bezüglich deiner Patientenverfügung von einem Rechtsanwalt beraten. Und überprüfe alle zwei Jahre, ob dein Vorsorge-Dokument alle neuen Gesetze und Erneuerungen berücksichtigt.



Das könnte dich auch interessieren…

© jurpartner 2020