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Mietpreisbremse: Miete senken? Gewusst, wie!

Artikel Mietpreisbremse Interior

Das Wort Mietpreisbremse hast du bereits oft gehört – aber was genau ist das? Und welche Vorteile hast du davon? In erster Linie betrifft dich dieser Preisdeckel, wenn du in einer Großstadt wie München oder Berlin zur Miete wohnst. Wir klären auf, wie du die Mietpreisbremse für dich nutzen kannst!


Mietpreisbremse: Das steckt dahinter

In einfachen Worten: Die Mietpreisbremse (auch Mietendeckel genannt) hilft dir, deine Miete zu senken. Laut § 556d BGB ist sie das Gesetz zur Dämpfung des Mietanstiegs auf angespannten Wohnungsmärkten. Es soll verhindern, dass die Vermieter die Miete nach Lust und Laune erhöhen können. Der Mietpreisdeckel greift aktuell vor allem in großen Städten Deutschlands wie Berlin, Stuttgart, Köln oder München. Denn hier ist der Mietmarkt besonders angespannt.

Aber wie funktioniert der Mietendeckel? Einfacher, als es klingt: Als erstes suchst du dir den aktuellen Mietspiegel – eine Statistik, in der du siehst, welche Miete für deinen Wohnort üblich ist. Liegt deine Miete mehr als zehn Prozent über dem Mietspiegel, ist es dein gutes Recht, von deinem Vermieter die Mietsenkung zu verlangen.


So profitierst du von der Mietpreisbremse

In welchen Bundesländern die Mietpreisbremse wann in Kraft tritt, unterscheidet sich stark: In Berlin ist der Mietendeckel zum Beispiel seit dem 31.05.2015 gültig und in Hessen erst seit dem 28.06.2019.

Gilt die Mietpreisbremse auch für deinen Wohnort? Diese aktuelle Liste zeigt es dir!

Wirkt sie in deiner Stadt, solltest du sie nutzen, um dich vor unfairen Mietpreisen zu schützen. Am besten gehst du so vor:

  1. Du informierst dich darüber, wie hoch deine ortsübliche Vergleichsmiete aktuell ist. Dafür nutzt du den sogenannten Mietspiegel, den du bei den meisten Städten oder Gemeinden auf deren Webseite findest. Hier findest du zum Beispiel eine Übersicht über alle aktuellen Mietspiegeldaten in Deutschland.
  2. Du überprüfst, wo deine Miete laut Mietspiegel für dein Stadtviertel liegt: Ist sie zehn Prozent über dem Mietspiegel, kannst du deinen Vermieter anschreiben und ihm in einer offiziellen Rüge alle Fakten mitteilen.
  3. Die Mietpreisbremse greift erst ab dem Zeitpunkt der schriftlichen Rüge: Nun kannst du deine Miete senken Beachte bitte: Rückwirkend gilt der gesetzliche Mietpreisdeckel nicht.

Du vermutest, dass deine Miete zu hoch ist oder dein Vermieter hat eine Mieterhöhung angekündigt? Unsere Miet-Experten beraten dich!


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In diesen Ausnahmefällen greift der Mietendeckel nicht!

Wie du siehst, ist das Gesetz auf deiner Seite. Doch auch Vermieter haben ihre Rechte. Deshalb hat der Gesetzgeber einige Ausnahmen von der Mietpreisbremse geschaffen:

Neubauten

Die Mietpreisbremse gilt leider nicht, wenn du in ein neu gebautes Haus einziehst. Als Neubau gilt jedes Haus, das erstmalig nach dem 01.10.2014 genutzt oder vermietet wurde.

Modernisierung

Beziehst du eine Mietwohnung erstmalig nach einer umfassenden Modernisierung – diese muss dein Vermieter nachweisen –, hast du ebenfalls nichts von der Mietpreisbremse. Eine Wohnung gilt dann als umfassend modernisiert, wenn der Besitzer darin mindestens ein Drittel des erforderlichen Betrags investiert hat, den er auch für eine vergleichbare Neubauwohnung gebraucht hätte.

 


Achtung: Modernisiert ist nicht gleich modernisiert!

Hat dein Vermieter in die Modernisierung deiner Wohnung weniger als ein Drittel des Betrags investiert, den er für eine vergleichbare Neubauwohnung aufwänden müsste, darf er zwar einen Teil der Kosten (11 Prozent ab dem 1. Januar 2019) auf die Höchstmiete umlegen. Dies befreit ihn aber nicht allgemein von der Mietpreisbremse!

 

Möblierte Wohnungen

Die Mietpreisbremse gilt zwar auch für möblierte Wohnungen. Wenn dir dein Vermieter jedoch einzelne Möbel zur Verfügung stellt, kann er dafür einen Aufschlag auf die ortsübliche Vergleichsmiete verlangen. Dieser ist gesetzlich nicht festgelegt und richtet sich nach dem Gebrauchswert der Ausstattung. In der Regel liegt so ein Aufschlag bei zwei Prozent des Zeitwerts der Möblierung. Die Rechtsprechung geht dabei von einem Zeitraum von zehn Jahren aus: In dieser Zeit fällt der Wert der Möbel – und damit sinken auch der Aufschlag und deine Miete.

Wenn du eine möblierte Wohnung nur vorrübergehend oder ein möbliertes Zimmer in der Vermieterwohnung mietest, gilt der Preisdeckel nicht.


Erhöhte Miete beim Vormieter

Hat dein Vormieter bereits zu viel Miete gezahlt, gilt die Mietpreisbremse nicht. Es sei denn, der Vormietvertrag verstieß bereits gegen die Mietpreisbremse. Um das herauszufinden, musst du genau wissen, wann sie im jeweiligen Bundesland in Kraft getreten ist.


Dank Mietpreisbremse günstiger wohnen: So klappt‘s

Wenn du zu viel Miete zahlst, kannst du dein Geld nicht rückwirkend zurückverlangen. Daher solltest du immer wieder den aktuellen Mietspiegel anschauen und überprüfen, ob deine Miete nicht zu hoch ist. Dies gilt auch, wenn dein Vermieter eine Mieterhöhung ankündigt: Unterschreibe nichts, ohne kontrolliert zu haben, ob diese rechtens ist. Denn so kannst du aktiv die Mietpreisbremse nutzen, um deine Miete zu senken. Davon profitierst nicht nur du selbst, sondern auch deine Mitmenschen: Wer sich gegen überhöhte Mieten wehrt, trägt dazu bei, dass Mietpreise stabil bleiben.



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