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Der Vermieter verlangt eine hohe Mietkaution? Diese Rechte hast du

 


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Du freust dich gerade noch, eine passende Wohnung gefunden zu haben, da kommt die böse Überraschung: Der Vermieter verlangt eine hohe Mietkaution. Doch ist das überhaupt erlaubt? Wir klären dich auf.


Die wichtigsten Infos zur Mietkaution auf einen Blick

Sie kann zu großem Frust führen: Die Mietkaution. Ganz so einfach, wie viele Vermieter es sich bei diesem Thema aber machen, ist es nicht. Hier hast du Antworten auf die wichtigsten Fragen:

  • Ist eine Mietkaution gesetzlich verpflichtend?

Nein! Es gibt kein Gesetz, welches dem Vermieter vorschreibt, eine Mietkaution zu verlangen.

  • Kann der Vermieter die Mietkaution beliebig hoch ansetzen?

Nein! Mehr als drei Monatsmieten darf der Vermieter nicht verlangen.

  • Kann die Mietkaution in Raten bezahlt werden?

Ja! Drei Monatsraten sind erlaubt.

  • Welche Kautionsformen gibt es?

Die gängigsten Kautionsformen heißen Barkaution und Bankbürgschaft – dazu später mehr.


Die Mietkaution: Sicherheit für den Vermieter

Die Mietkaution stellt für den Vermieter eine reine Absicherung dar. Sie dient ihm als Sicherheit gegenüber dem Mieter, falls der in der Wohnung einen Schaden verursacht. Wenn du also den Schaden nicht selbst behebst und dieser bei deinem Auszug noch da ist, darf der Vermieter die Mietkaution oder einen Teil davon einbehalten. Die Höhe dieses Teils hängt dabei vom verursachten Schaden ab. Einer der gültigen Gründe hierfür sind die sogenannten Schönheitsreparaturen. Kurz gesagt: Der Vermieter kann die Kaution entweder als Schadensersatz oder Druckmittel einbehalten. Erfahre hier mehr über Schönheitsreparaturen. Aufgepasst: Auch noch ausstehende Mietzahlungen berechtigen den Vermieter, die Kaution (vorerst) einzubehalten!

Nicht selten aber behalten Vermieter die Kautionen zu Unrecht oder unverhältnismäßig viel Geld ein. Du hast jedoch immer die Möglichkeit, gegen diesen Vorgang zu klagen. Dann prüft den Fall ein Gericht und entscheidet über die Rechtmäßigkeit.


 Das Ende des Mietverhältnisses

ndet das Mietverhältnis und in der Wohnung gibt es keine Schäden, so muss dir der Vermieter die Mietkaution in voller Höhe zurückzahlen – inklusive der marktüblichen Zinsen!

Dein Vermieter hat die Mietkaution zu Unrecht einbehalten? Oder du brauchst schnell Unterstützung in einem anderen Rechtsfall? Wir beraten dich innerhalb kürzester Zeit.


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Kautionsformen: Der Klassiker und Alternativen

Die gängigste Kautionsform heißt Barkaution. Sie verlangt jedoch nicht, wie der Name vielleicht nahelegt, dass du die Kaution bar zahlen musst – du kannst den Betrag auch überweisen. Der Vermieter muss die Kaution auf einem eigens eingerichteten Konto aufbewahren: dem sogenannten Mietkautionskonto. Die Trennung der Mietkaution vom Privatvermögen des Vermieters hat einen einfachen Grund: Sie schützt den Mieter davor, sein Geld zu verlieren, zum Beispiel weil der Vermieter pleitegeht.

Du kannst die Mietkaution auch in Raten zahlen – drei Monatsraten sind erlaubt. Die erste Rate wird in dem Fall bei Beginn des Mietverhältnisses fällig. Wie bei allen anderen Kautionsformen gilt auch bei der Barkaution die maximale Obergrenze: Mehr als drei Monatsmieten ohne Nebenkosten darf der Vermieter nicht verlangen!

Gut zu wissen: Möchte der Mieter die Wohnung behindertengerecht ausbauen, kann der Vermieter eine zusätzliche Sicherheit verlangen.


Alternative Kautionsformen

Zur Barkaution gibt es mehrere Alternativen. Für alle Kautionsformen gilt aber der vorher beschriebene Grundsatz: Sie dienen dem Vermieter als Sicherheit und sind dir als Mieter zurückzugeben, wenn mit der Wohnung bei Ende des Mietverhältnisses alles in Ordnung ist. Die Obergrenze von maximal drei Monatsmieten bleibt in jedem Fall erhalten. Häufige Alternativen sind folgende zwei Kautionsformen:

  1. Die Bankbürgschaft: Hier kommt bei der Kaution eine dritte Partei ins Spiel: Die Bank. Wenn der Mieter die geforderte Kaution nicht zahlen kann oder will, kann er eine Bank, die diesen Service anbietet, als Bürge wählen. Diese sichert dann dem Vermieter per Vertrag zu, etwaige Forderungen bezüglich der Mietkaution zu erfüllen. Anschließend fordert die Bank dieses Geld vom Mieter ein.
  2. Das Mietkautionssparbuch: Der Mieter legt bei dieser Kautionsform einfach ein Sparbuch bei einer Bank an und verpfändet dieses für die Dauer des Mietverhältnisses an den Vermieter.

Diese alternativen Formen der Kautionszahlung müssen von dir und deinem Vermieter gesondert vereinbart werden, am besten direkt im Mietvertrag. Unser Tipp: Informiere dich über Banken und Kautionskassen, die auf Mietkautionen spezialisiert sind und dir bei deiner gewünschten Kautionsform weiterhelfen.


Die Mietkaution: Gängig und legal, aber nicht beliebig

Mietkautionen sind in Deutschland sehr üblich. Das liegt vor allem daran, dass hierzulande über 70 Prozent der Ein-Personen-Haushalte zur Miete wohnen – Spitzenwert in Europa. Wichtig ist also, dass du dich vorher informierst. Sei dir deiner Rechte bewusst und welche Grenzen dem Vermieter bei der Mietkaution auferlegt sind.

Und wenn der Vermieter deine Kaution ohne ersichtlichen Grund einbehält, setz dich zur Wehr. Nicht selten entscheiden Gerichte bei solchen Streitigkeiten zugunsten des Mieters.



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