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Krankschreibung: So verhältst du dich richtig

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Wenn du nicht fit bist, hilft es oft, einen Tag zu Hause zu bleiben. So verhinderst du womöglich eine Erkrankung und steckst deine Kollegen nicht an. Doch ab wann brauchst du eine Krankschreibung? Und wie verhältst du dich richtig, solange du krankgeschrieben bist?

Der Kopf brummt, die Nase ist dicht und im Hals hast du einen Frosch. Einfach im Bett bleiben – geht das? Leider nicht ohne Weiteres! Wenn du diese einfachen Regeln zum Thema Krankschreibung beachtest, vermeidest du Ärger mit deinem Chef.


Krankschreibung: Ab wann musst du zum Arzt?

Laut Gesetz musst du ab dem dritten Tag eine Krankschreibung, auch Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (oder kurz AU) genannt, bei deinem Arbeitgeber vorlegen. Aber Achtung: Dies wird im Arbeitsvertrag oft anders geregelt – und dein Chef darf eine Krankschreibung schon früher verlangen, zum Beispiel bereits ab dem ersten Tag!

In jedem Fall musst du schon am ersten Tag deinem Arbeitgeber Bescheid sagen, dass du krank bist. Am besten du verschickst deine Krankmeldung noch vor Arbeitsbeginn per E-Mail – allerspätestens eine Stunde danach. Auch das ist in jedem Unternehmen individuell: Kläre das gleich zu Beginn deiner Anstellung mit deinem Vorgesetzten ab.

Beachte bitte: Wenn du über deine Erkrankung nicht informierst, fehlst du in der Arbeit quasi einen Tag unentschuldigt. Dies hat Konsequenzen: Entweder gibt es für diesen Tag kein Geld oder du bekommst eine Abmahnung – und im Wiederholungsfall sogar eine Kündigung.

 


Krankschreibung rückwirkend bekommen: Geht das?

Ja! Zwar darf der Arzt eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung grundsätzlich erst ab dem Tag deines Besuches bei ihm ausstellen. Allerdings ist es für alle Seiten nachvollziehbar, dass du aufgrund der Krankheit nicht immer sofort zum Arzt gehen kannst. Und du bekommst die Krankschreibung rückwirkend – bis max. 3 Tage!

 

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Muss ich während der Krankheit zu Hause bleiben?

Einer der Irrtümer rund um die Krankschreibung ist, dass du nicht auf die Straße darfst, während du krankgeschrieben bist. Du musst keinesfalls das Haus hüten! Es sei denn, der Arzt hat dir explizit Bettruhe verschrieben. Ansonsten kannst du rausgehen – denn du brauchst schließlich Medikamente aus der Apotheke. Auch einkaufen gehen kann dir keiner verbieten.

Da du aber so schnell wie möglich gesund werden willst – genau das ist das Ziel deiner Krankschreibung! –  solltest du nichts tun, was den Heilungsprozess verlangsamt oder gar verhindert. Dazu gehören unter anderem Alkoholkonsum und Partys. Gesetzlich ist das genesungswidriges Verhalten. Denn du missachtest ärztliche Empfehlungen – und riskierst damit eine Abmahnung oder sogar eine verhaltensbedingte Kündigung.

Entscheide dich lieber für solche Aktivitäten, die deinen Heilungsprozess unterstützen und genesungsförderlich sind, wie zum Beispiel Schwimmen, Spazierengehen oder etwa bei Rückenschmerzen auch Sport – das ist erlaubt!


Arbeiten trotz Krankschreibung – ist das erlaubt?

Musst du wirklich das Ende der Krankschreibung abwarten, bevor du wieder arbeiten gehst? Auch das ist ein Mythos! Im Gegenteil: Du bist sogar verpflichtet, wieder zur Arbeit zu gehen, wenn du gesund bist. Schließlich bescheinigt der Arzt nur eine voraussichtliche Dauer deiner Erkrankung – und so etwas wie eine Gesundschreibung gibt es nicht.


Krank im Urlaub: Was tun?

Im Urlaub sollst du dich erholen. Wenn du krank wirst, hast du nicht mehr viel von deinen freien Tagen und entspannst dich nicht wirklich. In so einem Fall kannst du deine Urlaubstage wieder zurückholen. Und so gehst du am besten vor:

  • Du mailst deinem Chef unverzüglich eine Krankmeldung,
  • gehst sobald wie möglich zum Arzt, um dir deine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung zu holen
  • und übermittelst diese inkl. voraussichtlicher Dauer und deiner Urlaubsadresse so schnell es geht an deinen Arbeitgeber (der Arbeitgeber muss laut Gesetz für evtl. Kosten aufkommen).

 


Vereinfachendes Abkommen: EU-Regelung

Der Arbeitnehmer muss neben der telefonisch oder digital übermittelten Krankmeldung auch eine ärztliche Bescheinigung schicken. Dazu gibt der Arbeitnehmer die ausländische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung an einer ortsansässigen Krankenkasse ab. Diese leitet die AU an die deutsche Krankenkasse des Arbeitnehmers weiter, die sie  dann an den Arbeitgeber übermittelt. Eine einfache Krankschreibung reicht hier nicht aus.

Nicht-EU-Regelung

In Nicht-EU-Ländern musst du die Unterlagen an die Krankenkasse und deinen Arbeitgeber selbst versenden. In manchen Nicht-EU-Ländern gibt es ähnliche Abkommen – es kommt also auf das Land an.

Deine Urlaubstage werden in Krankheitstage umgewandelt – und dein Urlaub wird dir wieder gutgeschrieben. Diesen darfst du allerdings nicht einfach an deine Krankentage dranhängen. Du musst ihn neu beantragen und genehmigen lassen.

Verreisen trotz Krankschreibung: Geht das?

Grundsätzlich ja. Du kannst während der Krankschreibung verreisen, sofern dein Arzt es nicht für genesungswidrig erklärt. Es ist also klar, dass du mit einer starken Grippe oder mit Fieber keinen Flug antreten solltest. Wenn es allerdings um psychische Erkrankungen geht, kann ein Urlaub deine Genesung sogar fördern.


Darf der Arbeitgeber während der Krankschreibung kündigen?

Leider ja. Noch mehr: Die Krankheit ist sogar in Ausnahmefällen ein Kündigungsgrund. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn absehbar ist, dass du noch sehr lange nicht gesund wirst. Und deine Abwesenheit sich negativ auf die betriebliche und wirtschaftliche Situation deiner Firma auswirkt – weil beispielsweise Kollegen dauerhaft mehr arbeiten oder Produktionsprozesse stillstehen müssen.


Länger krankgeschrieben? Dein Anspruch auf Krankengeld

Wenn du längere Zeit ausfällst und gesetzlich krankenversichert bist, hast du Anspruch auf Krankengeld. In den ersten sechs Wochen bekommst du dein Gehalt von deinem Arbeitgeber ganz normal weiter. Danach zahlt dir deine Krankenkasse das sogenannte Krankengeld. Was genau dir zusteht, erfährst du aus unserem Artikel über die Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall!

Krankschreibung: Damit es rund läuft

Hat es dich erwischt, ist es durchaus sinnvoll, zu Hause zu bleiben. Du bist auf der sicheren Seite, wenn du dich bei deinem Arbeitgeber unverzüglich krankmeldest: am ersten Tag, vor deinem üblichen Arbeitsbeginn. Je nachdem, wie es in deinem Vertrag geregelt ist, solltest du möglichst bald zum Arzt gehen und deine Krankschreibung holen. So hältst du alle Formalitäten ein und kannst dich in aller Ruhe auskurieren – auch wenn du im Urlaub krank bist!



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