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Kindesunterhalt: Das steht deinem Nachwuchs zu

Kindesunterhalt

Du hast dich getrennt oder scheiden lassen und musst dein Leben für dich und deine Kinder neu organisieren? Dann ist das Thema Kindesunterhalt eines der wichtigsten auf deiner To-do-Liste. Was dein gutes Recht ist und wie du den Überblick behältst, erfährst du hier.   


Grundsätzlich haben deine Kinder immer Anspruch auf Kindesunterhalt, auch wenn sie keinen Kontakt zu deinem Ex-Partner haben. Aber nur, sofern sie unterhaltsbedürftig sind. Das sind in der Regel alle Minderjährigen und volljährige Kinder, die gerade in der Erstausbildung sind.


So wird Kindesunterhalt geregelt

Je nach Lebenssituation wird der Kindesunterhalt unterschiedlich geregelt:

  • Wenn du mit deinem Partner trotz Trennung oder Scheidung noch zusammenlebst, ist dieses Thema meistens geklärt: Ihr kümmert euch gleichermaßen um eure Nachkommen.
  • Seid ihr räumlich getrennt, wird es etwas komplizierter. Lebt euer Nachwuchs bei dir, betreust und verpflegst du deine Kinder – das ist der sogenannte Naturunterhalt. Dein Ex-Partner hingegen muss Barunterhalt zahlen. (nach §1612a BGB)
  • Wechselt ihr euch bei der Betreuung ab, tauscht ihr die Rollen – und zahlt beide Kindesunterhalt. Wie hoch der jeweilige Beitrag ist, hängt von eurem individuellen Wechselmodell ab.

 Die Höhe der Unterhaltszahlungen richtet sich danach, wie viel jeder von euch verdient – so die Rechtsprechung des BGH. Derjenige, der den Kindesunterhalt zahlen muss, hat allerdings einen sogenannten Selbstbehalt. Das ist ein festgelegter Betrag, den er für seinen eignen Lebensunterhalt braucht. Dieses Geld wird beim Berechnen des Kindesunterhalts ausgeschlossen. Bei Berufstätigen sind es 1.080 Euro, bei Nicht-Erwerbstätigen 880 Euro. Sind Kinder volljährig, beträgt der Selbstbehalt 1.300 Euro.

Die Düsseldorfer Tabelle hilft dir, die Höhe deines Anspruchs auf Kindesunterhalt einzuschätzen.


Wichtig zu wissen: Sobald euer Nachwuchs in der Lage ist, sich selbst zu unterhalten, gilt es nicht mehr als bedürftig – und die Unterhaltspflicht endet.

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Diese Kinder haben Anspruch auf Kindesunterhalt

Hast du einen Ehevertrag? Ist darin der Kindesunterhalt ausgeschlossen? Das ist nicht rechtsgültig. Das heißt: Du hast in jedem Fall einen Anspruch auf Kindesunterhalt. Ausgeschlossen kann in deinem lediglich dein Unterhalt als ehemalige Ehefrau. Nichteheliche Kinder und Adoptivkinder haben übrigens das gleiche Unterhaltsrecht wie leibliche Kinder.

Aber welche Kinder bekommen den Unterhalt?

Minderjährige, volljährige Schulkinder und Kinder mit Behinderung

Minderjährige haben selbstverständlich vollen Anspruch auf Unterhaltszahlung. Auch Kinder mit Behinderungen, die nicht selbst für ihren Unterhalt aufkommen können, sind unbegrenzt unterhaltsbedürftig.

Dein Kind ist volljährig? Es hat ebenfalls Anspruch auf Unterhalt, wenn es:

  • in allgemeiner Schulausbildung,
  • nicht älter als 21 Jahre alt,
  • im Haushalt eines Elternteils lebend und
  • noch nicht verheiratet ist.

Sobald dein Kind die Schule abgeschlossen hat, bekommt es in der sogenannten Überbrückungszeit – zum Orientieren und für die Studienplatz-Suche – weiterhin Kindesunterhalt.

Volljährige Kinder in der ersten Berufsausbildung

Sind deine Kinder gerade in ihrer ersten Berufsausbildung, werden sie bis zum Abschluss unterhalten. Das trifft zu auf:

  • Das gilt sogar, wenn sie ihre Ausbildung abbrechen und eine zweite Lehre beginnen. Allerdings wird das Geld, das sie verdienen, vom Unterhalt abgezogen.
  • Studenten, die ihr erstes Studium Hier darf dein Nachwuchs in den ersten beiden Semestern ebenfalls einmalig den Studiengang wechseln (laut BGH Az.: XII ZR 81).
  • Kinder, die nach ihrer Lehre noch studieren. Auch dann steht ihnen Unterhalt zu. Voraussetzung: Die beiden Lehrgänge sollten thematisch zueinander passen und ohne lange Pause ineinander übergehen. Bricht dein Sprössling das Studium endgültig ab, verliert er sofort den Anspruch auf sein Kindesunterhalt.

In diesen Fällen entfällt die Unterhaltspflicht

Der Kindesunterhalt ist immer zu Gunsten deines Kindes geregelt. Doch es gibt einige Fälle, in denen deinem Nachwuchs kein Unterhaltsgeld zusteht:

  • Dein unterhaltsbedürftiges Kind wohnt bei dir, doch du verdienst viel mehr als dein Ex.
  • Dein Kind hat ein hohes Vermögen: Es hat zum Beispiel von seinen Großeltern geerbt.
  • Dein volljähriges Kind heiratet. Hier übernimmt der Ehepartner den Unterhalt.
  • Dein volljähriges Kind verdient selbst oder hat andere eigene Einkünfte.

Will dein Spross nicht arbeiten, wenn es zum Beispiel zu lange auf seinen Studienplatz wartet, bekommt er ebenfalls keinen Kindesunterhalt.

Wenn dein Ex nicht zahlen kann oder will

Trotz des durchdachten Unterhaltsrechts für Kinder kommt es immer wieder vor, dass dein Ex-Partner nicht zahlen kann. Oder nicht will. Dabei können du oder dein Kind beim Jugendamt einen Unterhaltsvorschuss beantragen – vorausgesetzt natürlich, dein Kind hat den Anspruch auf den Kindesunterhalt.

Die Chancen auf diesen Vorschuss stehen gut, wenn:

  • der Wohnsitz deines Kindes in Deutschland ist,
  • dein Ex und dein Kind eine Aufenthaltserlaubnis oder Aufenthaltsberechtigung in Deutschland haben – eine Aufenthaltsbefugnis oder Aufenthaltsbewilligung reichen nicht aus.
  • das Kind höchstens 18 Jahre alt ist.

Der Staat nimmt allerdings den Zahlungspflichtigen in Regress – er kann das Geld von deinem Ex-Mann zurückfordern. Wichtig für dich: Du musst ihn über den Antrag auf Unterhaltsvorschuss informieren (laut § 7 UhVorschG)!

Unterhalt für deinen Nachwuchs: So klappt‘s

Damit deine Kinder ohne Probleme ihren Kindesunterhalt bekommen, überprüfe gründlich, ob sie tatsächlich Anspruch darauf haben. Das Gesetz ist zwar fast immer auf deiner Seite. Im Zweifelsfall solltest du dich am besten von einem Rechtsexperten beraten lassen.   



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