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Endlich ein Kind: Wie du bei einer Adoption vorgehst und was du beachten musst

 


Artikel Adoption übergabe Pflanze An Kind

Ungewollt kinderlos? Für viele Paare ist eine Adoption die letzte Chance auf eine Familie. Auch Schwule und Lesben dürfen in Deutschland Kinder adoptieren. Die Hürden sind allerdings hoch. Wir zeigen, wie du sie meisterst.


Zwar ist die gleichgeschlechtliche Ehe in Deutschland seit dem 1. Oktober 2017 legal und eine Adoption somit auch für schwul-lesbische Paare grundsätzlich möglich. Trotzdem haben viele homosexuelle Ehepaare das Gefühl, dass eine Adoption für sie noch schwieriger als das Verfahren an sich ist.  

Bei wem sich der Kinderwunsch auf natürlichem Weg nicht erfüllt, für den ist Adoption eine Alternative. Das kostet allerdings viel Geduld und einen langen Atem. Denn der Weg zum Adoptivkind ist langwierig und fordert starke Nerven. Sowohl für heterosexuelle als auch für homosexuelle Paare. So warten manche Paare warten mehr als fünf Jahre auf ihren Nachwuchs.


Wer darf adoptieren?

1) Ehepaare: Bei den meisten Jugendämtern ist die Ehe Voraussetzung, um ein Kind zu adoptieren.

2) Unverheiratete Paare: Bislang durfte nur eines der beiden Elternteile adoptieren. Im Mai 2019 hat das Bundesverfassungsgericht jedoch entschieden, dass diese Regelung verfassungswidrig ist. Der Gesetzgeber muss nun bis Ende März 2020 nachbessern.

3) Alleinstehende: Eine Adoption bei Singles ist grundsätzlich möglich. Sie bietet sich in der Regel dann an, wenn zum Kind ein verwandtschaftliches Verhältnis besteht oder die Beziehung bereits einem Eltern-Kind-Verhältnis ähnelt.

4) Homosexuelle Paare: Schwule und Lesben dürfen grundsätzlich adoptieren, wenn sie verheiratet sind.


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Voraussetzungen für eine Adoption

Wo kann ich mich hinwenden, wenn ich adoptieren möchte?

  • Adoptionsvermittlungsstellen der Jugendämter
  • Zentrale Adoptionsstellen der Landesjugendämter
  • Anerkannte Adoptionsvermittlungsstellen freier Träger

Wie läuft so ein Adoptionsverfahren ab?

Zunächst wendest du dich an die Adoptionsvermittlungsstelle des Jugendamtes und reichst dort folgende Dokumente ein:

 


Voraussetzungen für eine Adoption

Wo kann ich mich hinwenden, wenn ich adoptieren möchte?

  • Adoptionsvermittlungsstellen der Jugendämter
  • Zentrale Adoptionsstellen der Landesjugendämter
  • Anerkannte Adoptionsvermittlungsstellen freier Träger

Wie läuft so ein Adoptionsverfahren ab?

Zunächst wendest du dich an die Adoptionsvermittlungsstelle des Jugendamtes und reichst dort folgende Dokumente ein:

 


Erforderliche Unterlagen für eine Adoption:
  • Antrag
  • Bewerbung
  • Geburtsurkunden
  • Lebensläufe
  • polizeiliche Führungszeugnisse
  • ärztliche Atteste
  • bei Eheleuten Heiratsurkunde
  • Verdienstnachweise
  • Vermögensnachweise
  • Schuldennachweise
  • Staatsangehörigkeitsnachweise

 

Um festzustellen, ob ihr als Eltern zu eurem Adoptivkind passt, führen die Vermittler ausführliche Gespräche. Bereite dich gut auf viele persönliche Fragen vor. Sie beziehen sich auf deine Persönlichkeit, deinen bisherigen Lebenslauf, deine familiäre Situation – und vor allem auf deine Motivation zur Adoption.

Zu diesem Eignungsverfahren gehört auch, dass die Mitarbeiter des Jugendamtes einen Sozialbericht verfassen. Die Eignungsfeststellung beginnt. Das gesamte Eignungsverfahren dauert oft bis zu einem dreiviertel Jahr.

Eine Adoption ist emotional und anspruchsvoll. Daher unser Rat: Lass dich vor oder während der Bewerbung um ein Adoptivkind beraten.


Wie teuer ist eine Adoption?

Übliche Adoptionsverfahren belaufen sich auf einige hundert Euro. Die verteilen sich auf:

  • den Notar (ca. 60 EUR),
  • das Familiengericht (75 EUR bis 100 EUR) und
  • die Einwilligungserklärung (je ca. 30 EUR bis 40 EUR).

Hinweis: Eltern haben Anspruch auf Elternzeit und Elterngeld, wenn sie ein Kind zur Adoption aufnehmen.


Adoption bei gleichgeschlechtlichen Paaren

Das Gesetz zur Ehe für alle ist ein Meilenstein für die Gay-Community. Seitdem können gleichgeschlechtliche Paare auch gemeinsam ein Kind adoptieren. Bisher durfte das nur einer der beiden. Während Kritiker bemängeln, das Kindeswohl sei bei homosexuellen Eltern gefährdet, zeigen Studien, dass es keine Nachteile für die Kinder gibt. Im Gegenteil: Die Regenbogenfamilie – so werden schwul-lesbische Familien mit Kindern genannt – verspricht eher Vorteile, etwa ein höheres Selbstwertgefühl bei Kindern.

Ein Unterschied zur Hetero-Partnerschaft besteht aber immer noch – und zwar im Abstammungsrecht. Es regelt die rechtliche Absicherung der Kinder. Wenn zum Beispiel in einer lesbischen Ehe eine Frau ihr Kind mittels Samenspende zur Welt bringt, hat dieses Kind nur ein rechtliches Elternteil. Das bedeutet für die Ehefrau der biologischen Mutter, sie wird nicht automatisch auch zur Mutter. Als nicht leiblicher Elternteil muss sie das Kind nach wie vor adoptieren. Im Fachjargon Stiefkindadoption genannt.

Dagegen haben Kinder aus verschiedengeschlechtlichen Partnerschaften bei der Geburt automatisch zwei rechtliche Elternteile.


Kinderwunsch erfüllen

Wenn du die nötigen Voraussetzungen erfüllst, steht einer Adoption nichts im Weg. Das gilt auch für schwule und lesbische Paare: Sobald sie verheiratet sind, können die Ehepartner gemeinsam ein Kind adoptieren. Der Weg ist allerdings beschwerlich und erfordert Geduld.

 



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