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Fahrerflucht begangen? Das sind die Konsequenzen

Artikel Fahrerflucht Autoscherben Auf Boden Verschwommene Pkw Im Hintergrund

Du hast ein anderes Auto geschrammt und es nicht gemerkt? Oder ein Unfall hat dich so überfordert, dass du einfach weggefahren bist? Dann hast du eine Straftat begangen: Fahrerflucht. Welche Strafen das Gesetz dafür vorsieht und wie du dich richtig verhältst.


Was bedeutet Fahrerflucht?

Offiziell heißt die Unfallflucht Unerlaubtes Entfernen vom Unfallort. Touchierst du beim Parken ein anderes Auto und fährst einfach weiter, begehst du also Fahrerflucht. Richtig wäre es in diesem Fall, entweder auf den Besitzer des Wagens zu warten oder die Polizei zu informieren. Ein Zettel mit deinen Daten oder eine Visitenkarte unter dem Scheibenwischer reichen nicht aus.

Gesetzlich geregelt ist die Fahrerflucht in § 142 StGB. Dieser Paragraf schützt Unfallopfer, indem er die Aufklärung eines Unfalls sowie den Schadenersatz reglementiert. Bei Fahrerflucht handelt es sich also um eine Straftat – und nicht nur um eine Ordnungswidrigkeit im Straßenverkehr.

 


Achtung bei Unfall mit Personenschaden!

Kommt es bei einem Unfall zu Personenschaden, musst du erste Hilfe leisten. Flüchtest du vom Unfallort, riskierst du zusätzlich eine Anzeige wegen unterlassener Hilfeleistung, fahrlässiger Körperverletzung oder im schlimmsten Fall sogar wegen Tötung – wenn die Person am Unfallort stirbt.

Bei unterlassener Hilfeleistung ist mit bis zu einem Jahr Freiheitsentzug oder einer Geldstrafe zu rechnen.

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Strafen bei Fahrerflucht

Je nachdem, wie schwer der Unfall ist, drohen dir laut Gesetz bei Fahrerflucht

  • unterschiedlich hohe Bußgelder (diese werden in Tagessätzen bemessen und betragen oft – abhängig vom Schaden – ein Monats-Nettogehalt);
  • zwei bis drei Punkte in Flensburg;
  • ein Fahrverbot bis zu sechs Monaten;
  • ein Führerscheinentzug – in der Regel ab einem Schaden von 1.300 Euro – sowie
  • Regressansprüche der Versicherung, bei denen du für den Unfallschaden aufkommen musst.

In besonders schwerwiegenden Fällen riskierst du sogar eine Freiheitsstrafe! Das ist zum Beispiel bei Wiederholungstätern der Fall und wenn Menschen verletzt oder getötet werden.

 


Fahrerflucht: So milderst du die Strafe

Hast du eine Unfallflucht begangen, solltest du dich innerhalb von 24 Stunden bei der Polizei melden. In leichten Fällen kann von einer Strafanzeige abgesehen werden. Als leicht werden Sachschäden bis 1.300 Euro eingestuft, die du außerhalb des fließenden Verkehrs verursacht hast.

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Fahrerflucht während der Probezeit

Bist du ein Fahranfänger und absolvierst gerade deine Probezeit, werden deine Delikte grundsätzlich in zwei Kategorien unterteilt: A- und B-Verstöße.

A-Delikte sind sehr schwerwiegende Verstöße im Straßenverkehr – wie das Fahren unter Alkoholeinfluss oder die fahrlässige Tötung. Auch die Fahrerflucht zählt dazu. Verlässt du also unerlaubt die Unfallstelle,

  • verlängert sich deine Probezeit von zwei auf vier Jahre,
  • musst du ein Aufbauseminar machen,
  • zahlst du ein hohes Bußgeld und
  • kannst auch mit Punkten in Flensburg rechnen.

Je nach Schwere deines Verstoßes sind weitere Strafen wie ein Fahrverbot oder Führerscheinentzug möglich.

Die B-Delikte sind nicht so schwerwiegend. Falsche Reifen oder ungesicherte Ladung sind typische Beispiele. Doch auch dafür gibt es Geldstrafen nach dem Bußgeldkatalog.

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Unfall gebaut? So verhältst du dich richtig

Die Fahrerflucht ist kein Kavaliersdelikt und kann sogar zu einer Freiheitsstrafe führen. Daher gilt bei einem Unfall: klaren Kopf bewahren und auf jeden Fall am Unfallort bleiben. Leider reicht ein Zettel an der Windschutzscheibe nicht aus – sonst riskierst du eine Strafanzeige wegen Fahrerflucht.

Am besten gehst du so vor:

  • Warte auf den Unfallgegner (zum Beispiel bei Fahrzeugschäden während des Parkens) oder
  • rufe die Polizei.
  • Sind die Polizei oder der Unfallgegner vor Ort, gib ihnen deine Daten.
  • Wenn niemand da ist, musst du eine angemessene Zeit warten. Je nach Lage und Wetter dauert diese bis zu einer Stunde.
  • Ist die Wartezeit zu Ende und niemand ist aufgetaucht, fahre selbst zur Polizei.

So sparst du dir viel Ärger und Geld. Und behältst deinen Führerschein. Und deine Freiheit. 



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