telefonische Rechtsberatung
Zurück

Der befristete Arbeitsvertrag: Deine Rechte und gesetzliche Regelungen

 


Artikel Befristeter Arbeitsvertrag Wecker Schreibtisch

Du hast einen befristeten Vertrag und möchtest wissen, ob alles rechtens ist? Wir zeigen dir, welche Gesetze dabei im Spiel sind und ob dein Arbeitsvertrag vielleicht sogar unbefristet sein müsste.


2017 erfolgte fast jede zweite Neueinstellung mit einem befristeten Arbeitsvertrag. Dieser ist bei Arbeitgebern sehr beliebt, dafür aber umso unbeliebter bei Arbeitnehmern. Dein Beschäftigungsverhältnis ist auch befristet?

Befristeter Arbeitsvertrag: So ist es gesetzlich geregelt

 


Befristeter Arbeitsvertrag: Darum ist er so beliebt

Für den Arbeitgeber ist ein befristeter Arbeitsvertrag sehr verlockend. Dafür gibt es mehrere Gründe:

 

  • Der Arbeitnehmer ist kaum geschützt bei widerrechtlichen Kündigungen.
  • Der Arbeitgeber kann flexibler die wirtschaftliche Zukunft des Unternehmens planen.
  • Bestimmte Stellen sind nur auf Zeit finanzierbar.
  • Die Stelle ist nur auf bestimmte Zeit verfügbar, zum Beispiel, weil du einen kranken Mitarbeiter ersetzt und dieser nach einer gewissen Zeit seine Stelle wieder antritt.

 

Der befristete Arbeitsvertrag hat also vor allem wegen der hohen Flexibilität einen Mehrwert für den Arbeitgeber.

Der befristete Arbeitsvertrag vor dem Gesetz

Unternehmen genießen viele Vorteile bei unbefristeten Arbeitsverhältnissen. Doch es gibt auch bestimmte Voraussetzungen, die, wenn sie nicht erfüllt werden, einen befristeten Arbeitsvertrag ungültig machen. Eine Befristung ist erlaubt und gültig, wenn

  • der Vertrag schriftlich festgehalten wurde;
  • das Unternehmen nur vorübergehend Bedarf hat, zum Beispiel bei Saisonarbeit;
  • der Arbeitnehmer nur als Vertretung angestellt wird;
  • die Befristung als Probezeit dient; Das bedeutet, dein Arbeitgeber möchte sich zunächst ein Bild von dir als Mitarbeiter machen. Je nachdem, ob er mit dir zufrieden war oder nicht, kann dir dein Arbeitgeber entweder einen unbefristeten Arbeitsvertrag anbieten oder den befristeten Vertrag von selbst auslaufen lassen.

Gut zu wissen: Wurde dein Arbeitsvertrag unrechtmäßig befristet, weil die Voraussetzungen nicht erfüllt wurden, so gilt er nun als unbefristet!

An diese Vorgaben muss sich der Arbeitgeber halten

Die zuvor aufgezählten Gründe für einen befristeten Arbeitsvertrag nennt der Gesetzgeber Sachgründe. Dein Arbeitgeber darf mit dir aber auch eine Befristung ohne Sachgrund vereinbaren. Dann gelten aber bestimmte Regelungen:


Befristung ohne Sachgrund: Das gilt
  • Innerhalb von maximal zwei Jahren darf ein befristeter Arbeitsvertrag höchstens dreimal verlängert Nach den zwei Jahren muss der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis entfristen.
  • Wenn ein Unternehmen neu gegründet wurde, darf der Arbeitgeber in den ersten vier Jahren seit Gründung mehrfach befristen.

Eine sogenannte sachgrundlose Befristung darf nur bei Neueinstellung erfolgen. Warst du bereits unbefristet angestellt, darf dein Arbeitgeber deinen Arbeitsvertrag nicht mehr ohne Sachgrund befristen.

Die Ausnahme: Der zweckbefristete Vertrag

Normalerweise endet dein befristeter Arbeitsvertrag zu einem bestimmten Datum. Der zweckbefristete Vertrag stellt hier eine Ausnahme dar. Er gilt für den Fall, dass die Befristung wegen eines speziellen Grundes erfolgte. Das wäre zum Beispiel bei Vertretung eines kranken Mitarbeiters – kehrt dieser früher als erwartet zurück, ist der Zweck der befristeten Beschäftigung erfüllt. Dein Arbeitsvertrag endet dann früher als vielleicht festgelegt.

Es gibt noch einen weiteren Fall für den zweckbefristeten Vertrag: die Projektstelle. Das ist dann der Fall, wenn deine Arbeit ein vorher festgelegtes Ziel verfolgt. Ist dieses Ziel abgeschlossen, endet dein Vertrag damit automatisch – du wurdest ja nur für diesen Zweck eingestellt.


Du hast ein Problem mit deinem befristeten Arbeitsvertrag? Oder du brauchst schnell Unterstützung in einem anderen Rechtsfall? Wir beraten dich innerhalb von 24 Stunden.


Lass deinen Fall von unseren Rechtsexperten individuell prüfen.

Recht bekommen kann schnell teuer werden – wir wollen das ändern!

Befristeter Arbeitsvertrag: darf dir dein Arbeitgeber immer kündigen?

Im Normalfall kann dir dein Arbeitgeber nicht grundlos kündigen. Wenn dein Vertrag ausläuft, ist das jedoch keine Kündigung. Allerdings kann eine Regelung im Arbeitsvertrag festgesetzt werden, die es dem Arbeitgeber viel leichter macht, dir zu kündigen. Lies dir deinen Vertrag also immer gründlich durch!

 

Bei einem sogenannten wichtigen Grund darf dir der Arbeitgeber immer kündigen. Der wichtige Grund ist in der deutschen Rechtssprache recht schwammig definiert: Es kommt im Falle einer solchen außerordentlichen Kündigung fast immer auf den Einzelfall an. Generell heißt es, ein wichtiger Grund liegt dann vor, wenn die Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses keinem der beiden Seiten (Arbeitgeber und Arbeitnehmer) zugemutet werden kann. Ein typischer wichtiger Grund ist zum Beispiel, wenn du deinen Arbeitgeber beklauen solltest.

 

Wenn der Sachverhalt aber nicht eindeutig ist, hast du im Normalfall auch immer die Möglichkeit einer Kündigungsschutzklage.


Das Arbeitsrecht nutzen

 Wenn du nur einen befristeten Arbeitsvertrag hast, ist vor allem die Einschränkung bei Verlängerungen wichtig: Als Mitarbeiter in einem Unternehmen darfst du nicht länger als maximal zwei Jahre befristet angestellt sein. Außerdem darf dein Vertrag nicht öfter als dreimal befristet verlängert werden.

 

Wurde dein Arbeitsvertrag unter nicht gegebenen oder falschen Voraussetzungen befristet, so muss ihn dein Arbeitgeber entfristen.

 



Hast du Fragen zu deinem Arbeitsvertrag oder brauchst du Hilfe bei dessen Überprüfung? Wir helfen dir gerne weiter!


Dokumentenprüfung

  • Zuverlässige und rechtssichere Prüfung deines Dokumentes durch deinen Experten
  • Du erhälst eine Beurteilung und eine individuelle Empfehlung
  • Professionelle Einschätzung deiner Erfolgschancen 
  • Beratung über das weitere Vorgehen
94,90 EUR*

€ 297,50 für einen Rechtsanwalt vor Ort**

Bist du bereits rechtsschutzversichert?


 

Das könnte dich auch interessieren…

© jurpartner 2020