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Richtig oder falsch im Netz

Darknet: Das steckt wirklich dahinter

Artikel Darknet Hände Tippen Laptop

Schusswaffen, Drogen und gefälschte Pässe: Um das Darknet ranken sich viele üble Geschichten. Alles nur Gerüchte? Was ist dran an all den schmutzigen Details? Wir zeigen dir, was wirklich hinter dem Darknet steckt und ob es manchmal auch mit rechten Dingen zugeht.


Im Jahr 2013 gelang Ermittlern ein spektakulärer Coup: Der online betriebene Schwarzmarkt Silk Road, auf dem unter anderem illegale Drogen gehandelt wurden, flog auf. Seitdem hat das Darknet einen zweifelhaften Ruf. Die meisten waren überzeugt, dass sich in dem mysteriösen Netzwerk ausschließlich zwielichtige Gestalten tummeln, die verbrecherischen Aktivitäten nachgehen.

Das stimmt nicht ganz! Denn nicht alles im Darknet ist automatisch kriminell und damit strafbar. Im Gegenteil. Wir erklären dir, was es mit den Begriffen Tor, Deepweb oder Onion Routing auf sich hat. Und wie weit das Surfen im Darknet legal ist.


Deepweb, Darknet und Tor – was sich dahinter verbirgt

Die Begriffe Darknet und Deepweb werden häufig in einem Atemzug verwendet, um das Gleiche auszudrücken – zu Unrecht. So unterscheiden sie sich:

Deepweb

Das Deepweb umfasst Websiten und Datenbanken, die du über Suchmaschinen wie Google nicht findest, weil sie dort nicht gelistet sind. Was genau bedeutet das? Das freie, zugängliche Internet, in dem du dich vermutlich tagtäglich bewegst, heißt Surface Web oder auch Clearnet. Das Deepweb liegt gewissermaßen unter oder hinter dem Surface Web. Das Darknet ist Teil des Deepwebs. Aber die Begriffe sind nicht synonym.

Darknet

Wörtlich übersetzt heißt es finsteres Netz, dunkles Netz oder verborgenes Netzwerk. Das Darknet an sich gibt es eigentlich gar nicht. Der Begriff wurde von den Medien erfunden. Im Grunde sind Darknets Anonymisierungsnetzwerke. Das heißt, Peer-to-Peer-Netzwerke, die Daten anonymisiert übermitteln. Es gibt also viele Darknets, nicht nur eines. Das bekannteste erreichst du über den Browser Tor. Wir schauen uns nun das über Tor zugängliche Darknet an. Und nennen es der einfachheitshalber das Darknet.

Tor

Tor ist ein Netzwerk, bei dem Verbindungsdaten anonymisiert werden. Es steht für The Onion Routing, wobei Onion-Routing eine Verschlüsselungstechnik ist. Der Begriff der Zwiebel (Englisch: onion) leitet sich vom Verschlüsselungsschema ab. Es hat die Form einer Zwiebel mit verschiedenen Schichten. Durch die Verschlüsselungstechnik kannst du als User anonym und ohne Überwachung mit anderen kommunizieren.

Interessant und wichtig ist dieser Freiraum zum Beispiel für Journalisten, Whistleblower und politisch Verfolgte. Er zieht gleichzeitig aber auch Nutzer an, die ihren kriminellen Machenschaften hier ungestört nachgehen können. Im Darknet tummeln sich deshalb auch all jene, die Strafverfolgung fürchten.  


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Ist das Surfen im Darknet illegal?

Klare Antwort: nein. Grundsätzlich surfst du auch im Darknet völlig legal. Denn letztendlich lädst du dir nur einen Browser (Tor) herunter. Aber Vorsicht! Ein Großteil der über das Darknet angebotenen Aktivitäten ist illegal. Es ist zwar für die Behörden immer noch schwer, diese zurückzuverfolgen. Doch das ändert sich. Immer öfter gelingt es den Strafverfolgern, verbrecherische Aktivitäten aufzudecken.

Dies zeigen gleich mehrere Fälle. Bei Luckyspax kamen verdeckte Ermittler des Bundeskriminalamtes (BKA) dem 31-jährigen Informatikstudenten Alexander U. auf die Schliche. Auf seiner Seite kaufte der spätere Amokschütze von München, David S., eine halbautomatische Waffe. Im Juli 2016 tötete er damit in einem Münchner Einkaufszentrum neun Menschen. Der jüngste Erfolg der Behörden: Sie deckten die Darknet-Plattform Elysium auf und zerschlugen damit eine der größten Kinderpornografie-Plattformen der Welt.


Legal im Darknet unterwegs

Wenn du nur neugierig bist und den Nervenkitzel suchst, darfst du dich im Darknet absolut legal umsehen.

Wie komme ich ins Darknet?

Am einfachsten ist der Zugang zum Darknet über den Browser Tor. Er basiert auf Firefox, und du kannst ihn problemlos herunterladen. Zwar gibt es auch eine offizielle Android-App (keine für IOS). Profis empfehlen aber, generell über den Computer ins Darknet zu gehen.

Wenn du Tor heruntergeladen hast, startest du den Browser und findest dann über verschiedene Listen zu den Seiten, die du suchst. Beachte bitte: Die Domains ändern sich ständig und sind im Vergleich zum Surface Web ziemlich kompliziert.

Statt auf .com oder .de enden die Domains im Browser Tor auf .onion

Vorsicht vor Fakes! Bei vielen dieser Listen – z.B. Hidden Wiki – musst du genau aufpassen! Sie enthalten auch Angebote, bei denen du hinters Licht geführt werden sollst. Generell gilt hier natürlich: keine Daten angeben, nichts kaufen, keine illegalen Aktivitäten.


Was wird im Darknet angeboten?

Die Studie United Nations Office on Drugs and Crime hat die Angebote im Darknet unter die Lupe genommen. Das sind die Ergebnisse:

  • Rund 62 Prozent der im Darknet verfügbaren Angebote haben mit Drogen und Medikamenten zu tun.
  • Auf Platz zwei der beliebtesten Angebote (17 %) ist alles rund um Betrug und Fälschungen.
  • Schusswaffen und Sprengstoff (1 Prozent) sowie Hacking und Malware (2 Prozent) werden vergleichsweise selten angeboten.

Das Darknet ist aber nicht nur Drogenumschlagplatz und Schwarzmarkt für Pornographie oder andere illegale Aktivitäten. Es ist für politische Dissidenten in Ländern mit unterdrückter Meinungs- und Pressefreiheit sehr wichtig. So war es beispielsweise im Jahr 2010 das entscheidende Kommunikationsmittel im Arabischen Frühling – das waren die Proteste und Aufstände in vielen Ländern Nordafrikas und des Nahen Ostens gegen brutale und diktatorische Regime.

Ein weiterer Vorteil des Darknets: Auch Facebook ist über Tor zugänglich. So können Menschen in Ländern, in denen Facebook verboten ist, die Social Media-Plattform nutzen.


Nicht alles im Darknet ist verboten

Das Darknet hat insbesondere in Deutschland einen zwielichtigen Ruf. Allein der Name klingt negativ. Nicht ganz zu Unrecht – denn viele Angebote bewegen sich im kriminellen Bereich. Trotzdem gilt: Verschlüsselte, anonyme Kommunikation an sich ist nicht illegal. Und für Whistleblower und viele Journalisten, die ihre Quellen schützen wollen, überlebenswichtig. Deshalb sehen viele ein abhörsicheres Internet, in dem man anonym kommunizieren kann, auch als universelles Menschenrecht an.



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