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Baufinanzierung für junge Leute – lohnt sich ein Bausparvertrag?

Artikel Bausparen

Nicht nur die Mieten, sondern auch die Immobilienkaufpreise steigen in Deutschlands Städten immer weiter an. Da stellt sich dem ein oder anderen die Frage, ob sich ein Bausparvertrag für junge Menschen heutzutage überhaupt noch lohnt. Wir erklären dir hier, wie ein klassischer Bausparvertrag überhaupt funktioniert und geben dir eine Einschätzung, ob und wann sich der Abschluss eines solchen Vertrages für dich lohnen kann.


Was ist ein Bausparvertrag?

Bausparverträge sind in Deutschland nach wie vor sehr beliebt – etwa drei Viertel aller Deutschen setzen beim Sparen auf das klassische Finanzprodukt. Doch was genau versteht man überhaupt unter einem Bausparvertrag?

Zunächst einmal handelt es sich um einen Kredit, mit dem der Bau oder Kauf einer Immobilie finanziert werden soll. Zu diesem Zweck werden ein Sparplan und ein Darlehen miteinander verbunden. Der Sparende erhält auf den angesparten Betrag Zinsen – mit durchschnittlich zwischen 0,1 und 1,0 Prozent im Jahr ist das Zinsniveau allerdings momentan sehr niedrig. Du solltest außerdem beachten, dass für einen Bausparvertrag Kosten anfallen – meistens handelt es sich dabei um eine Abschlussgebühr und Gebühren für die Kontoführung. Insbesondere die Abschlussgebühr kann mit 1,0 bis 1,6 Prozent der Bausparsumme teilweise sehr hoch ausfallen, was für junge Menschen ein Problem darstellen kann. Hier solltest du dich bereits frühzeitig informieren.


Der klassische Ablauf beim Bausparen

Der typische Ablauf beim Bausparen lässt sich in fünf Abschnitte unterteilen. Wir erklären dir hier zu jeder Phase, worauf du achten solltest:

1. Im Vorfeld

Bereits vor dem Vertragsschluss mit der Bank gibt es einiges zu beachten – denn nicht jeder ist aus Sicht der Banken auch kreditwürdig. Außerdem sind die von den Banken beworbenen Zinssätze nicht verbindlich: Das konkrete Vertragsangebot richtet sich nach der Einschätzung der Bank. Positiv bewertet werden dabei etwa eine Verbeamtung, ein festes Angestelltenverhältnis ohne Probezeit oder ein hoher Schufa-Score. In einem Finanzierungsgespräch mit einem Versicherungsvermittler oder einer Bank werden derartige Fragen geklärt – du solltest dich aber nach einem Erstgespräch immer auch nach alternativen Angeboten umsehen. Im Internet findest zu zahlreiche Vergleichsangebote – wir empfehlen dir in jedem Fall, das Angebot deiner Bank mit den Zinssätzen der bundesweit agierenden Baufinanzierungsvermittler zu vergleichen.

2. Vertragsabschluss

Beim Abschluss eines Bausparvertrags mit einem Finanzinstitut wird eine Bausparsumme festgelegt – das ist der Betrag, den du später für den Bau oder Kauf deiner Immobilie zur Verfügung haben möchtest.

3. Die Sparphase

In der Sparphase sparst du, wie der Name bereits vermuten lässt, monatlich einen gewissen Teil der Bausparsumme an – in der Regel sind das 30 bis 50 % der Gesamtsumme. Auf die von dir angesparte Summe bekommst du Zinsen. Diese fallen allerdings momentan mit durchschnittlich zwischen 0,1 und 1,0 Prozent sehr niedrig aus.

4. Die Zuteilungsphase

In dieser Phase, die meist nach einigen Jahren eintritt und vertraglich festgelegt ist, kannst du dir das angesparte Guthaben auszahlen lassen und zusätzlich dein Darlehen abrufen.

5. Die Darlehensphase

Nach der Auszahlung der Bausparsumme und des Darlehens zahlst du letzteres in konstanten Raten ab. Auch auf das Darlehen fallen natürlich Zinsen an – dass das Zinsniveau hier momentan sehr niedrig ist, kommt Bausparern zu Gute.


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Lohnt sich ein Bausparvertrag für junge Leute?

Ob sich ein Bausparvertrag für dich lohnen kann, hängt von vielen Faktoren ab – unter anderem von deiner persönlichen finanziellen Situation, deinem Arbeitsverhältnis und deinen Zukunftsplänen. Hier können natürlich keine pauschalen Aussagen getroffen werden und es gilt, genau abzuwägen. Dennoch haben wir hier die grundsätzlichen Vor- und Nachteile des Bausparens für dich zusammengefasst:

Vorteile

  • Niedriges Zinsniveau:
    Wenn es um die Abzahlung des Darlehens geht, kannst du vom niedrigen Zinsniveau profitieren – denn der Zinssatz für das spätere Bauspardarlehen ändert sich nicht, auch, wenn du z.B. erst in zehn Jahren bauen oder eine Immobilie kaufen willst. Junge Leute, die bausparen möchten und jetzt einen Vertrag abschließen, können sich den aktuellen Niedrigzins daher für die Zukunft sichern.

  • Staatliche Wohnungsbauprämie:
    Wenn du zwischen 16 und 25 Jahre alt bist, kannst du in den Genuss der staatlichen Wohnungsbauprämie kommen. Das bedeutet: Auf einen maximalen Sparbetrag von 512 Euro im Jahr zahlt der Staat dir eine Prämie von 8,8 Prozent.

  • Jugendprämien:
    Auch einige Banken bieten unter bestimmten Konditionen Jugendprämien. Informiere dich hierzu am besten im Vorfeld bei deiner Bank oder deinem Versicherungsvermittler und vergleiche die verschiedenen Angebote online.

  • Erlass der Abschlussgebühr:
    Einige Bausparkassen erlassen jungen Leuten unter bestimmten Bedingungen auch die ansonsten je nach Bausparsumme sehr teure Abschlussgebühr. Auch hier gilt: Vergleiche die verschiedenen Angebote und entscheide dich für das, was für dich am günstigsten erscheint.

  • Keine Bindung an Immobilie:
    Viele Bausparverträge für junge Menschen enthalten keine Zweckbindung – das ausgezahlte Darlehen muss also nicht zwangsläufig für den Erwerb einer Immobilie oder den Hausbau eingesetzt werden.


Nachteile

  • Keine Prämien und weitere Vorteile für Leute über 25:
    Wenn du bereits älter als 25 Jahre alt bist, fallen die oben beschriebenen Vorteile für dich leider weg. Solltest du dir also noch unschlüssig sein, ob du wirklich später bauen oder eine Immobilie kaufen willst, könnte ein Bausparvertrag für dich vergleichen mit anderen Sparverträgen eher nachteilhaft sein. Denn: Wenn du das Darlehen später doch nicht für die Immobilienfinanzierung verwenden möchtest, erhältst du überhaupt kein Darlehen, sondern lediglich den von dir angesparten Betrag mit den derzeit recht mauen Zinsen. In diesem Falle wärst du mit einer anderen Form der Geldanlage vermutlich besser beraten gewesen – überlege dir also im Vorfeld genau, was deine Pläne sind und wie sicher du dir deiner Sache bist!

  • Teure Abschlussgebühren:
    Solltest du nicht in den Genuss des Erlasses der Abschlussgebühr kommen, so kann bereits der Abschluss eines Bausparvertrages recht teuer werden. Bei Gebühren von 1,0 bis 1,6 Prozent der Bausparsumme musst du gegebenenfalls tief in die Tasche greifen – ohne Eigenkapital ist der Abschluss eines Bausparvertrages dann für dich vielleicht gar nicht möglich.

  • Niedrige Zinsen:
    Wie bereits beschrieben sind die Zinsen, die du auf den in der Sparphase angesparten Betrag erhältst, momentan sehr gering. Wenn man sich nur auf den Sparaspekt konzentriert, sind junge Leute über 25 daher möglicherweise mit Tagesgeldkonten oder Aktiensparplänen besser beraten.


Unser Fazit

Für junge Leute ist ein Bausparvertrag nach unserer Einschätzung besonders dann sinnvoll, wenn sie unter 25 Jahre alt sind und somit in den Genuss staatlicher und privater Prämien und weiterer Vorzüge kommen. Wenn du bereits über 25 bist, ist Bausparen für dich wohl nur dann sinnvoll, wenn du dich gegen einen großen Anstieg der Zinsen absichern willst und fest planst, in Zukunft zu bauen oder eine Immobilie zu kaufen. 


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