telefonische Rechtsberatung
Zurück

BAföG: Wem es zusteht und wie du es bekommst

Artikel Bafög Tisch überfüllt Mit Unterlagen Taschenrechner Belege Mann Rechnet

Miete, Lernmaterialien und laufende Kosten: Studieren ist teuer – vor allem, wenn der Studienort nicht in der Heimatstadt ist und deine Eltern dich nicht unterstützen können. BAföG ist die Rettung! Aber wie bekommst du diese Förderung? Wir erklären es dir.

BAföG steht für Bundesausbildungsförderungsgesetz. Im Laufe der Jahre hat sich die Abkürzung BAföG als finanzielle Hilfe für Studierende etabliert. Dabei bekommst du monatlich eine bestimmte Geldsumme: Diese besteht zur Hälfte aus einem zinslosen Darlehen, das du nach deinem Studium zurückzahlen musst. Die andere Hälfte ist eine staatliche Sozialleistung.

 


Wer hat Anspruch auf BAföG?

Das sind die BAföG-Voraussetzungen:

  • Du hast das 30. Lebensjahr zu Beginn deines Studiums noch nicht vollendet.
  • Du hast die deutsche Staatsbürgerschaft (für ausländische Bürger gibt es Ausnahmen).
  • Du bist zu Beginn des Master-Studiengangs jünger als 35 Jahre alt.
  • Deine Eltern können für dein Studium nicht aufkommen.

Bei den Altersregelungen gibt es allerdings Ausnahmen: zum Beispiel, wenn du eigene Kinder unter zehn Jahren hast.  

Du bist dir nicht sicher, ob dir BAföG zusteht? Unsere Fachexperten beraten dich innerhalb von 24 Stunden – auch in allen Rechtsfällen!


Lass deinen Fall von unseren Rechtsexperten individuell prüfen.

Recht bekommen kann schnell teuer werden – wir wollen das ändern!

Was fördert BAföG?

BAföG fördert die erste Ausbildung, die du an berufsbildenden Schulen, Kollegs, Akademien und Hochschulen machst. Du bekommst die Förderung zum Beispiel für

  • dein Erststudium, welches du direkt nach der Schule oder nach Absolvieren des zweiten Bildungsweges beginnst;
  • deinen Master-Studiengang, wenn sich dieser nahtlos an dein Bachelor-Studium anschließt;
  • den Fachrichtungswechsel, wenn du ihn bis zum Beginn des 4. Semesters vollziehst.

Für den Wechsel nach Beginn des 4. Semesters benötigst du einen triftigen Grund, um BAföG zu bekommen – zum Beispiel, wenn du von einer Uni an eine FH oder TH gehst, weil dir der Praxisbezug gefehlt hat. Es kommt immer auf den individuellen Fall an. Und darauf, ob die entsprechende Behörde deinen Wechsel nachvollziehen kann.

Bekommst du wieder BAföG, werden die bereits geförderten Semester auf das neue Studium angerechnet. Dieses wird erneut bis zur Höchstgrenze gefördert. Hast du deinen Master-, Diplom- oder Magisterabschluss erreicht oder bereits ein Staatsexamen abgelegt, bekommst du kein BAföG mehr – ebenso wenig wie für deine Zusatz- oder Zweitausbildung.


BAföG: Arten, Höhe, Dauer

Arten von BAföG

Es gibt zwei Arten der finanziellen Förderung deiner Ausbildung:

  • elternabhängig und
  • elternunabhängig.

Da deine Eltern für deine Ausbildung finanziell vorrangig verantwortlich sind, ist der finanzielle Zuschuss in der Regel elternabhängig – also abhängig davon, was deine Eltern verdienen.

 


Elternunabhängiges BAföG: Wann es dir zusteht

Elternunabhängiges BAföG erhältst du, wenn du

  • nach dem 18. Lebensjahr mindestens fünf Jahre berufstätig warst oder
  • nach drei Jahren Berufsausbildung mindestens drei Jahre gearbeitet hast.

BAföG-Höhe: Davon hängt sie ab

Die Höhe des BAföGs wird immer individuell berechnet! Wenn du während des Studiums zu Hause wohnst, erhältst du den Höchstsatz von 583 Euro. Wohnst du nicht mehr bei deinen Eltern, bekommst du maximal 853 Euro. Es handelt sich dabei um eine Maximalförderung: Das heißt, dass du auch weniger Förderung erhalten kannst – abhängig von folgenden Faktoren:

  • Freibeträge für Eltern: Bei der Anrechnung des Einkommens können deine Eltern Freibeträge geltend machen – abhängig beispielsweise vom Familienstand, der Anzahl der Geschwister und deren Ausbildungsstand sowie Unterhaltszahlungen. Kindergeld hingegen wird nicht angerechnet.
  • Einkommen der Studierenden: Bis zu einer Freigrenze von 5.416 Euro pro Bewilligungszeitraum (in der Regel zwei Semester) wird es nicht angerechnet. Wenn du mehr verdienst – schon.
  • Vermögen von Studierenden: Dein Vermögen wird angerechnet (das deiner Eltern übrigens nicht). Zu deinem Vermögen gehören:
    • Bargeld,
    • Rücklagen,
    • Bankguthaben sowie
    • Bausparverträge.

Der Freibetrag bei deinem Vermögen liegt bei

  • 500 Euro, wenn du Single bist und
  • 600 Euro, wenn du verheiratet bist.

Hast du Kinder, erhöht sich der Freibetrag um 2.100 Euro pro Kind. Alles, was du darüber hinaus an Vermögen hast, wird durch zwölf geteilt – und mindert die monatliche Förderung.

Dieser BAföG-Rechner für 2020 hilft dir herauszufinden, ob dir BAföG zusteht und in welcher Höhe.

Förderungsdauer

Grundsätzlich steht dir BAföG für die Dauer deiner Ausbildung zu. In Ausnahmefällen kannst du die Höchstdauer (die Regelstudienzeit) verlängern – zum Beispiel, wenn du auf Grund einer Krankheit ein Semester dranhängen musst. In dem Fall bekommst du auch ein Semester länger BAföG. Die maximale Dauer hängt von der Regelstudienzeit der Fachrichtung ab. Sie ist in der Prüfungsordnung definiert.

Achtung: Du kannst BAföG nicht rückwirkend beantragen!


BAföG-Antrag stellen: So geht‘s

Den BAföG-Antrag stellst du in der Regel bei den zuständigen BAföG-Ämtern. Sie gehören zu den Studentenwerken. Alternativ kannst du dich direkt an die jeweilige Hochschule wenden und dich dort beraten lassen. Der Antrag auf BAföG ist ziemlich aufwändig, da du sehr viele Nachweise und Dokumente sammeln musst. Unsere Fachexperten helfen dir dabei gern!


BAföG zurückzahlen: Das gilt es zu beachten

Da die Hälfte deiner Förderung ein zinsloses Darlehen ist, musst du es zurückzahlen. Allerdings nur bis zur Grenze von 10.000 Euro – was darüber hinausgeht, bleibt bei dir. Laut Gesetz musst du mit der Rückzahlung fünf Jahre nach deiner Regelstudienzeit beginnen. Du hast also Zeit, einen Job zu finden und dich finanziell zu etablieren.

Du kannst das Darlehen in Raten zurückzahlen: Die Höhe der Rate variiert – je nach deinem Einkommen. In der Regel beträgt die Monatsrate 105 Euro. Bitte beachte: Wenn du dein Studium abbrichst, gilt die gleiche Regelung.

So sparst du Geld bei der BAföG-Rückzahlung

Diese Sonderregelungen kommen dir bei der BAföG-Rückzahlung entgegen:

  • Wenn du zu wenig verdienst (unter 1.225 Euro netto monatlich, Stand 09/2019), kannst du von der Rückzahlung teilweise oder komplett befreit werden – oder diese verschieben lassen.
  • Hast du die Möglichkeit, die gesamte Summe auf einen Schlag zu zahlen, bekommst du vom Staat einen individuellen Nachlass, abhängig von der Rückzahlungssumme (zum Beispiel sind es bei 500 Euro fünf Prozent und bei 1.000 Euro neun Prozent)
  • Falls du zu den besten zehn Prozent der Studierenden deines Jahrgangs gehörst, erhältst du ebenfalls einen Nachlass: Informiere das Bundesverwaltungsamt darüber und übermittle dein Abschlusszeugnis als Nachweis.

Gut zu wissen: Unter bestimmten Voraussetzungen sollen BAföG-Restschulden künftig nach 20 Jahren erlassen werden.


So bekommst du BAföG für dein Studium

Wie du siehst, ist BAföG eine feine Sache: Du bekommst die staatliche Förderung für die Dauer deiner Ausbildung und musst nur die Hälfte davon zurückzahlen. Ob sie dir allerdings zusteht, hängt von einigen Faktoren ab. Finanziell müssen in erster Linie deine Eltern für deine Ausbildung aufkommen. Können sie das nicht – und du selbst bist nicht vermögend –, hast du gute Chancen auf die staatliche Förderung. Mithilfe von BAföG-Rechnern kannst du die BAföG-Höhe ermitteln oder dich bei den zuständigen Ämtern informieren.



Das könnte dich auch interessieren…

© jurpartner 2020