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Arbeiten im Mutterschutz: So regelt es das Gesetz

Artikel Mutterschutz Arbeit Frau Mit Baby Am Pc

Das Mutterschutzgesetz schützt nicht nur deine Gesundheit während und nach der Schwangerschaft. Es regelt auch das Arbeiten im Mutterschutz. Damit du dich rundum wohl und sicher fühlst. Welche Vorteile du genießen darfst?


Das Mutterschutzgesetz will mit dem Mutterschutz vor allem eins erreichen: vor und nach der Geburt soll es dir in jeder Hinsicht gut gehen. Es schützt deine Gesundheit, wenn du schwanger bist oder während du dein Kind stillst. Gleichzeitig ermöglicht es dir, weiterzuarbeiten – sofern es verantwortbar ist. Deshalb gehören zum Leitfaden rund um Mutterschutz auch mutterschutzgerechte Arbeitsbedingungen.


Arbeiten im Mutterschutz? Aber sicher: dank mutterschutzgerechtem Arbeitsplatz

Dein Arbeitsplatz muss so eingerichtet sein, dass deine Gesundheit (ebenso wie die deines Babys) nicht gefährdet ist. Wenn du viel im Stehen arbeitest, musst du Gelegenheit bekommen, dich immer mal wieder hinsetzen zu können. Die Arbeit am Computer hingegen ist für Schwangere generell unbedenklich, auch wenn du lange sitzt.

So ist dein Arbeitgeber verpflichtet, mit dir in einem persönlichen Gespräch deine Bedürfnisse abzuklären. Daraufhin muss er deinen Arbeitsplatz entsprechend einrichten, damit deine Gesundheit während der Schwangerschaft bestens geschützt ist. Im Zweifelsfall klärt die zuständige Aufsichtsbehörde, ob die Bedingungen an deinem Arbeitsplatz für dich oder dein Baby gefährlich sein könnten.

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Wann darf ich im Mutterschutz arbeiten?

Grundsätzlich darfst du während der Schwangerschaft und als stillende Mutter nicht zwischen 20 Uhr und 6 Uhr morgens arbeiten. Gemäß § 5 MuSchG darfst du nicht in Rufbereitschaft sein oder Nachtschichten absolvieren. Wenn du trotzdem nach 20 Uhr arbeiten möchtest, musst du das mit deinem Arbeitgeber ausmachen und dich dazu ausdrücklich bereit erklären. Dann darfst du von 20 bis 22 Uhr deiner Beschäftigung nachgehen. Beachte bitte: In so einem Fall kann dein Chef oder deine Chefin ein behördliches Genehmigungsverfahren einleiten.

Seit der Änderung des Mutterschutzgesetztes im Januar 2018 darfst du auch an Sonn- und Feiertagen arbeiten – dem müssen du sowie die zuständige Aufsichtsbehörde zustimmen. Allerdings darfst du dabei nicht allein sein – so steht es in § 6 MuSchG –, damit eine unverantwortbare Gefährdung für dich und dein Kind ausgeschlossen werden kann.


Überstunden im Mutterschutz: Geht das?

Laut § 4 des MuSchG darfst du in der Schwangerschaft nicht mehr als 8,5 Stunden arbeiten. Das bedeutet: keine Überstunden – auch wenn diese in deinem Job vielleicht sonst üblich sind. Dieser Paragraf regelt auch die Arbeitszeiten für Teilzeitkräfte: Du darfst keine Überstunden über den Kalendermonat hinaus aufbauen.

Arbeit mutterschutzbedingt unterbrechen: Beschäftigungsverbote

In manchen Fällen geht das Arbeiten im Mutterschutz nicht ohne größere Einschränkungen, sodass dein Arbeitgeber dich nicht beschäftigen darf. Hierbei handelt es sich um sogenannte betriebliche oder ärztliche Beschäftigungsverbote. Diese können teilweise oder vollständig gelten. Und du hast kein Mitspracherecht. Für die mutterschutzbedingte Arbeitsunterbrechung gibt es folgende Gründe:

Beschäftigungsverbot wegen ungeeignetem Arbeitsplatz

Der Arbeitgeber muss dir ein befristetes oder unbefristetes Beschäftigungsverbot aussprechen, wenn dein Arbeitsplatz grundsätzlich nicht für Schwangere geeignet ist. Weil zum Beispiel

  • keine Schutzmaßnahmen möglich sind,
  • dein Arbeitgeber dir keinen Ersatzarbeitsplatz anbieten kann sowie
  • eine Teilfreistellung nicht zielführend ist (§ 13 Abs. 1 Nr. 3 MuSchG).

Beschäftigungsverbot im Einzelfall

Auch dein Arzt kann dir verbieten, zu arbeiten. Er schreibt dich krank (§ 16 MuSchG) und gibt dir ein Attest. Das tut er vor allem dann, wenn die Weiterbeschäftigung das Leben oder die Gesundheit von dir und deinem Baby gefährdet.

Kann dich dein Arbeitgeber mit bestimmten Tätigkeiten nicht mehr beschäftigen, darf er dir eine andere Arbeit zuweisen, die weder für dich noch für dein Baby bedenklich ist. Dadurch dürfen für dich allerdings keine finanziellen Nachteile entstehen!

Gute Nachricht: Dauert eine Krankschreibung länger als sechs Wochen, endet in der Regel die Entgeltfortzahlung. Danach gibt es Krankengeld, das weniger als das reguläre Gehalt ist. Diese Einschränkung gilt beim Arbeiten im Mutterschutz nicht!


Arbeiten im Mutterschutz: Gesund und glücklich!

Kind und Karriere unter einen Hut bringen? Das geht bereits in der Schwangerschaft los. Damit du in der Arbeit bestens geschützt bist – sowie bis zur Geburt und danach gesund bleibst –, sieht das Gesetz entsprechende Bedingungen rund ums Arbeiten im Mutterschutz vor. Daher: Kommuniziere rechtzeitig deine Bedürfnisse, damit dein Arbeitgeber dir mutterschutzgerechte Konditionen bieten kann.



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