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Alles rund um das Thema Nachbarschaft

Wintergrillen: So bleibt der Spaß ohne gesetzliche Folgen

Bild Wintergrillen


Die einen finden es super, die anderen sind genervt: Beim Wintergrillen prallen unterschiedliche Lebensgewohnheiten und Geschmäcker aufeinander. Hier erfährst du, was erlaubt ist und wie du Konflikte mit deinen Nachbarn vermeidest.

Grillen im Winter: Ist das überhaupt erlaubt?

Klare Antwort: Ja, ist es! Im Gegensatz zum Grillen bei warmen Temperaturen hat das Wintergrillen den Vorteil, dass die Fenster der umliegenden Wohnungen meistens geschlossen sind. Das verhindert, dass Rauch und Lärm deine Nachbarn stören. Gleichzeitig gibt es jedoch Punkte, die speziell in der frostigen Jahreszeit für Konflikte sorgen können:

Lärm im Treppenhaus:

Wenn du im Innenhof oder im Garten grillst, laufen deine Gäste immer wieder rein, um sich aufzuwärmen. Lautes Gelächter, angeregte Gespräche und Schritte im Treppenhaus stören eventuell den gemütlichen Fernsehabend deiner Nachbarn.

Lagerfeuer, Heizpilze & Co.:

Im Winter wird es früher dunkel und es ist kälter als im Sommer. Lichtquellen, die Wärme spenden, eignen sich also optimal für deinen Grillabend. Heizstrahler sind allerdings extrem umweltschädlich und deshalb in einigen Städten wie München, Köln oder Stuttgart im gastronomischen Bereich bereits verboten. Entscheidest du dich dafür, einen Heizpilz aufzustellen, achte darauf, dass er sicher steht, genügend Abstand zu brennbaren Materialien hat und nicht von Wänden eingeschlossen ist. Besonders gemütlich ist eine offene Feuerstelle im Garten. Einfach so ein Feuer anzuzünden, ist allerdings nicht erlaubt: Für ein Lagerfeuer gelten je nach Gemeinde eigene Vorschriften. Diese regeln genau, wann, wo und wie du ein Lagerfeuer entfachen darfst. Eine sichere und bequeme Alternative sind bunte Lichterketten und Decken für deine Gäste.

Besinnliche Adventszeit:

Viele Menschen genießen in der Vorweihnachtszeit die andächtige Stimmung und nutzen vor allem die Weihnachtsfeiertage dazu, zur Ruhe zu kommen. Wer darauf Rücksicht nimmt, legt sein Wintergrill-Event deshalb in den November oder Januar.


An diesen Orten darfst du grillen

Die Rechtslage zum Grillen ist in Deutschland nicht eindeutig geklärt. Das liegt vor allem daran, dass für jedes Bundesland eigene Gesetze gelten: Laut eines Urteils des Landesgerichts Aachen darf zweimal im Monat in dem Teil vom Garten gegrillt werden, der am weitesten von allen Nachbarn entfernt ist. Das Landesgericht Stuttgart hat beschlossen, dass Bewohner an drei Abenden oder sechs Stunden pro Jahr auf ihrer Terrasse grillen dürfen. Und in Bayern ist es im Garten einer Eigentumswohnanlage sogar erlaubt, bis zu fünfmal im Jahr den Holzkohlegrill anzuschmeißen.

Grillen auf dem Balkon und im Garten

Erste wichtige Hinweise, ob du deinen Grill im Garten oder auf dem Balkon anschmeißen darfst, findest du in der Hausordnung oder deinem Mietvertrag. Steht da drin, dass Grillabende verboten sind und du lädst trotzdem zu einem ein, kann dein Vermieter dir fristlos kündigen. Wenn der Hauseigentümer Grillen grundsätzlich erlaubt,  gelten die sogenannten Nachbarschaftsgesetze. Auch diese sind je nach Gemeinde verschieden. Um Stress mit deinen Nachbarn zu vermeiden, hilft es:

  • Rücksicht zu nehmen. Am besten planst du deinen Grillabend so, dass du dich an Ruhezeiten hältst. Achte außerdem während deiner Feier darauf, dass ihr nicht zu laut seid. So verhinderst du, dass deine Nachbarn sich beschweren oder die Polizei rufen.
  • deine Nachbarn im Vorfeld zu informieren. Lärm und Rauch kriegen vor allem die Bewohner in den Wohnungen links, rechts und ein Stockwerk über dir ab.  Sag ihnen vorher Bescheid, dass du einen Grillabend planst oder lade sie am besten gleich ein.
  • den Rauch in Grenzen zu halten. Der perfekte Grill für deinen Balkon funktioniert elektrisch oder mit Gas. Beide Modelle entwickeln sehr viel weniger Rauch als ein traditioneller Holzkohlegrill. Dadurch schützt du die Umwelt, deine Nachbarn und letzten Endes auch dich selbst. Denn so verhinderst du, dass der Grillabend vor Gericht endet.

Dein Wintergrillen ist Anlass für einen Nachbarschaftsstreit? Oder du brauchst schnell Unterstützung in einem anderen Rechtsfall? Wir beraten dich innerhalb von 24 Stunden.

Grillen an öffentlichen Plätzen

In deinem Mietvertrag steht, dass du nicht grillen darfst? Dann verlässt du eben das Haus und grillst draußen. Das kann dir ja keiner verbieten…oder? Doch! Im Wald und direkt daneben ist das Grillen grundsätzlich verboten – es sei denn, du hast eine Sondergenehmigung oder es gibt Schilder, die es an bestimmten Plätzen explizit erlauben, den Grill anzuschmeißen. Hältst du dich nicht daran und wirst erwischt, musst du ein Bußgeld zahlen. Das fällt je nach Bundesland unterschiedlich hoch aus: Während Baden-Württemberg zum Beispiel 55 bis 155 Euro verlangt, kannst du in Bayern mit bis zu 10.000 Euro rechnen. In extremen Fällen, zum Beispiel wenn das Grillen einen Waldschaden verursacht, wanderst du sogar ins Gefängnis.

Wer im Park oder auf einer städtischen Grünfläche zum Wintergrillen einladen möchte, sollte sich vorab informieren, ob es dort extra ausgewiesene Grillplätze gibt. Grillst du woanders, droht dir ebenfalls ein Bußgeld.


So wird dein Wintergrill-Event ein voller Erfolg

Ob Terrasse, Garten oder öffentlicher Park: egal, wo du zum Wintergrillen einlädst, erkundige dich im Vorfeld, ob du dort den Grill anschmeißen darfst. Dann stehst du als Gastgeber auf der sicheren Seite. Wenn du deine Grillparty planst, denke an deine Nachbarn, damit du den Abend entspannt genießen kannst – ohne wütende Beschwerden und unangenehmen Besuch von der Polizei. Mit stimmungsvollen Lichterketten und Lampions, kuscheligen Decken, heißen Getränken und Warmhalteboxen kann die Feier steigen. Für einen gelungenen Grillabend ohne Überraschungen.

 



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