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Unterwegs mit dem E-Roller

Alles zum E-Roller - Chance oder Gefahr?


Erst im Juni 2019 wurden die E-Roller in Deutschland eingeführt - und schon jetzt polarisieren sie und sorgen für allerlei Gesprächsstoff. Gehörst du selbst zu denjenigen, die die neuen elektrischen Tretroller fleißig nutzen oder geht dir das neuartige Fortbewegungsmittel jetzt schon auf die Nerven? So oder so – wir klären dich rund um das Thema auf.

Was genau sind E-Roller?

Insbesondere in Großstädten besitzen immer weniger Menschen ein eigenes Auto. Daher wurde hier vor einigen Jahren das Carsharing-Prinzip eingeführt. Mobil zu bleiben, ohne ein eigenes Auto anschaffen müssen – das schont neben der Umwelt nicht zuletzt den Geldbeutel. Das Carsharing-Geschäftsmodell löst allerdings weder das Problem der Parkplatznot, noch lässt sich leugnen, dass schädliche CO2-Emissionen weiter bestehen.

Nachdem der Bundesrat am 17. Mai 2019 der sogenannten Elektrokleinfahrzeuge-Verordnung – mit einigen Änderungen – zugestimmt hat, kam dann sofort eine weitere Lösung auf den Markt: Der E-Roller. Dieser wird in Großstädten nun ebenfalls nach dem Sharing-Prinzip zur Verfügung gestellt und soll eine kostengünstige, unkomplizierte und umweltfreundliche Möglichkeit sein, von A nach B zu kommen. Nur kurz registrieren, und schon kann es losgehen - via App kann dann ein Roller in der Nähe gefunden und gestartet werden.

E-Roller fallen unter die Kategorie der elektrischen Kleinstfahrzeuge – für sie gilt daher eine Maximalgeschwindigkeit von 20 km/h.

Wer darf wo mit dem E-Roller fahren?

Die E-Scooter-Fahrer müssen mindestens 14 Jahre alt sein, genauer: das vierzehnte Lebensjahr vollendet haben. Ursprünglich sollte es eine zweite E-Scooter-Klasse geben, die mit 12 km/h Spitzengeschwindigkeit auch für Zwölf- und 13-Jährige erlaubt sein sollte – das hat der Bundesrat aber nicht abgesegnet. Einen Führerschein braucht man für das neue Gefährt aber ebenso wenig wie einen Helm. Ein solcher sei an dieser Stelle allerdings ausdrücklich empfohlen, denn: Bei einer Studie des Verbraucherschutzes aus den USA wurde herausgefunden, dass die Anzahl der Kopfverletzungen in den Notaufnahmen rapide angestiegen hat, seit es in einigen Städten E-Scooter-Sharing gibt.

Damit die E-Roller auf deutschen Straßen fahren dürfen, muss vom Hersteller ein Antrag auf Betriebserlaubnis beim Kraftfahrtbundesamt gestellt werden.

Fahren darf man nur auf Fahrradwegen. In Ausnahmefällen darf aber auf Fahrbahnen ausgewichen werden, wenn keine Radwege gekennzeichnet sind. Das Fahren auf Gehwegen hingegen ist verboten – im Prinzip gelten hier also die gleichen Regeln wie für Radfahrer.

E-Scooter - Chance oder Gefahr?

Seit ihrer Einführung wurden die neuen Scooter von verschiedener Seite heiß diskutiert und spalten die Gemüter. Zunächst einmal haben sie einige Vorzüge: Die Roller sind im Vergleich zu anderen Verkehrsmitteln schonend für die Umwelt, da sie ohne Emissionsausstoß fahren. Aufgrund ihrer Geschwindigkeit und der kleinen Größe stellen sie für umweltbewusste Großstädter außerdem eine tolle Option dar - es muss kein eigenes Fahrzeug gekauft werden, die Parkplatzsuche erübrigt sich und der Preis ist erschwinglich.

Allerdings fühlen sich viele Einwohner großer Städte von den Rollern belästigt, denn diese werden mitten auf dem Gehweg geparkt, stören im Straßenverkehr oder werden sogar in Flüsse geworfen – besonders umweltfreundlich ist das sicherlich nicht. Viele ärgern sich daher über die E-Roller-Fahrer; da man keinen Führerschein benötigt, werden Verkehrsregeln oft missachtet, und auch unsachgemäßes Parken ist keine Seltenheit. Zudem bergen die Roller auch für ihre Fahrer ein erhöhtes Gefahrpotenzial – nicht zuletzt, weil sie oft spontan genutzt werden und kein Helm parat liegt. Erst im September 2019 wurde eine junge Frau in Frankfurt bei einem Unfall mit einem E-Scooter schwer im Gesicht und am Kopf verletzt. Den kompletten Artikel könnt ihr hier finden.

Risiken bei der Benutzung von E-Rollern

Wie bereits gesagt ist das Fahren der E-Scooter bereits ab dem 14. Lebensjahr erlaubt. Somit geraten insbesondere jüngere Menschen in Unfälle. Hinzu kommt, dass ein Roller, so könnte man meinen, nach einer langen Partynacht oder Feier eine gemütlichere Alternative zu Bahn oder Taxi darstellt – teilweise allerdings mit fatalen Folgen.

Hier ist Vorsicht geboten, denn: Die Promillegrenzen bei den E-Rollern sind dieselben wie die Grenzen bei den Autofahrern! Konkret bedeutet dies, dass Personen, die mit 0,5 bis 1,09 Promille fahren, eine Ordnungswidrigkeit begehen. Dies hat einen Bußgeldbescheid zur Folge, der mit 500 Euro Strafe, einem Monat Fahrverbot und 2 Punkten in Flensburg geahndet wird.

Wer sogar mit mehr als 1,1 Promille an Alkohol im Blut unterwegs ist, begeht eine Straftat. Solltest du angehalten werden, weil du alkoholbedingte Ausfallerscheinungen zeigst, so gilt der Fall bereits ab 0,3 Promille als Straftat.

Für Fahrer unter 21 und Fahranfänger, die sich noch in der Probezeit befinden, gelten, ganz wie beim Autofahren, die 0,0 Promillegrenzen.

Falls du in einen Konflikt mit der Polizei als Rollerfahrer geraten bist, kannst du gerne unsere telefonische Rechtsberatung in Anspruch nehmen. Unsere Experten beraten dich rechtssicher und umfassend zu deinen Möglichkeiten.

Unser Fazit zu E-Rollern

Wir glauben, E-Roller können insbesondere in Großstädten grundsätzlich eine gute und umweltfreundliche Alternative zum eigenen Auto oder zu Carsharing-Angeboten darstellen – wenn man sie denn sachgemäß benutzt. Wenn ihr euch an die Regeln des Straßenverkehrs haltet, die Roller richtig parkt, nicht (stark) alkoholisiert und vor allen Dingen vorsichtig fahrt, steht dem Fahrspaß aus unserer Sicht allerdings nichts im Wege. Und eins noch – mag die Versuchung auch noch so groß sein, bitte entsorgt die Roller nicht in Flüssen, so wie es hier in Frankreich bereits immer häufiger geschieht. Die Umwelt wird es euch danken.



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