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Cybermobbing: So wehrst du dich erfolgreich 

 


Artikel Cybermobbing

Peinliche Fotos, dreiste Lügen oder wüste Beleidigungen: Wer Opfer von Mobbing im Internet – dem sogenannten Cybermobbing – wird, fühlt sich erst einmal hilflos. Vor allem, wenn die eigenen Kinder betroffen sind. Erfahre hier, was du dagegen tun kannst und wie du dich und deinen Nachwuchs am besten schützt.


Du öffnest morgens deinen Facebook-Account und bist entsetzt. Du siehst ein uraltes, fatales Bild von dir. Im Text darunter machen sich die Täter lustig. Erzählen Lügen über dich. Der Post verbreitet sich rasend schnell. Dein Herz klopft, dir wird heiß und du weißt nicht, was du machen sollst.

Die traurige Wahrheit: Du bist nicht allein. Laut einer aktuellen Studie des Bündnisses gegen Cybermobbing waren im Jahr 2018 elf Prozent aller Frauen und sieben Prozent aller Männer von Cybermobbing betroffen. Besonders gefährdet sind Jugendliche: Jeder Dritte zwischen 12 und 19 Jahren wurde Opfer von Schikane, Spott und Häme im Netz.

Die gute Nachricht: Du kannst etwas gegen Cybermobbing tun.


So gehst du gegen Demütigung und Verleumdung im Netz vor

Das peinliche Foto samt Kommentar ist im Umlauf. Was tun? Bleibe ruhig, analysiere die Situation und prüfe deine Optionen.

Das kannst du als Mobbingopfer tun

  1. Nutze die Möglichkeiten der Netzbetreiber: Zunächst blockierst du den oder die Übeltäter in den sozialen Medien. Wirst du über E-Mails belästigt, dann richtest du eine neue Adresse ein. Kursieren Inhalte von dir im Internet, die du nicht selbst eingestellt hast? Dann wende dich an den Netzbetreiber und beantrage deren Löschung. Unangebrachte Inhalte meldest du ebenfalls den Anbietern.

  2. Suche Hilfe: Niemand sollte eine Cybermobbing-Attacke allein durchstehen. Vertraue dich jemandem an. Beziehe deine Familie, Freunde oder Verwandte ein. Auch außenstehende Personen und Experten, etwa Vertrauenslehrer, Schulsozialarbeiter, Ärzte, Anwälte oder Beratungsstellen können ein hilfreicher Anlaufpunkt sein.

  3. Sammle Beweise: Speichere anstößige Fotos oder Videos und erstelle Screenshots der demütigenden Inhalte. Solche Beweise erleichtern es dir, später Mobbing nachzuweisen – notfalls auch vor Gericht.

  4. Geh zur Polizei: Wende dich bei schwerwiegenden Fällen an die Polizei oder erstatte Anzeige.

  5. Misch Dich ein: Beobachtest du im Netz, dass andere verletzt werden, dann solltest du handeln. Zum Beispiel, indem du die Betroffenen darüber informierst, was hinter ihrem Rücken passiert. Du kannst auch aktiv werden und selbst unpassende Inhalte löschen oder melden. Im besten Fall sprichst du die Täter auf ihr Verhalten an und beendest das Mobbing.

Du bist dir wegen Cybermobbing unsicher und möchtest einen Rat von einem Experten? Oder du brauchst schnell Unterstützung in einem anderen Rechtsfall? Wir beraten dich innerhalb von 24 Stunden.

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Warum Cybermobbing so gefährlich ist

Cybermobbing (auch Cyberbullying genannt) ist eine spezielle Art des Mobbings. Darunter fällt das absichtliche Beleidigen, Beschimpfen, Bedrohen, Bloßstellen oder Belästigen anderer Menschen über E-Mails, Chats, Messanger, SMS oder in Online-Netzwerken sowie auf Video- und Fotoplattformen. Die Gefahr liegt vor allem im Wesen des Internets:

  • die Täter bleiben oft anonym
  • die Täter erreichen schnell ein großes Publikum
  • es kann zu jeder Zeit und rund um die Uhr gemobbt werden
  • das Mobbing erfordert keinen persönlichen Kontakt
  • die Hemmschwelle ist sehr niedrig
  • das Netz vergisst nicht
  • es gibt keinen geschützten Rückzugsort, da das Smartphone immer dabei ist

 Weshalb wird gemobbt und wer sind die Opfer?

 Das Motiv der Täter (auch Bullys genannt): Andere im Netz fertigmachen. Warum? Um sich stark und überlegen zu fühlen. Aus Langeweile, Wut oder Rache. Oder – so bitter es klingt –, weil es Spaß macht. Experten unterscheiden zwischen Cybermobbing bei Kindern und Jugendlichen sowie unter Erwachsenen. Diese mobben zum Beispiel, wenn sie Ärger mit ihrem Opfer haben. Oder weil sie finden, dass es das Opfer verdient hat. Häufig haben erwachsene Cybermobbing-Täter auch soziale Probleme.  

Bei Jugendlichen sind es die Top-5-Gründe, digital gemobbt zu werden:

  1. Aussehen
  2. Soziale Schicht
  3. Herkunft
  4. Geschlecht
  5. Sexualität

So vermeidest du Cybermobbing

 Die Anonymität im Netz und die physische Distanz zum Opfer senken die Hemmschwelle für persönliche Attacken deutlich. Mit einfachen Maßnahmen kannst du im Vorfeld Risiken senken und damit dich und andere vor bösen Überraschungen schützen.

Das raten Profis:

Schütze deine Privatsphäre

Wer seine Daten schützt, macht sich weniger angreifbar. Das heißt: Gib so wenig Informationen wie möglich im Internet preis. Mach niemals deine vollständige Adresse oder Handynummer in Netzwerken öffentlich. Nutze Abkürzungen oder Fantasienamen für dein Profil, soweit es der Anbieter erlaubt, und stelle es auf nicht öffentlich. Du entscheidest, wer Zugriff auf dein Profil und alle damit verbundenen Informationen hat.

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser

Prüfe Freundschaftsanfragen genau, vertraue niemandem. Auch bestehende Profile solltest du kritisch hinterfragen. Google hin und wieder deinen eigenen Namen und sieh nach, welche Inhalte von dir im Netz stehen.

Sei sparsam mit Bildern und Videos

 Stelle möglichst wenige Bilder und Videos ins Netz, denn das Internet vergisst nie. Was heute aufregend und cool ist, kann morgen schon unangenehm sein.

Nutze Hilfsangebote

Hier findest du wertvolle Tipps und zahlreiche Hilfsangebote:

Klicksafe: Erste Adresse für mehr Sicherheit im Netz

Chatten ohne Risiko: Webangebote zu Risiken bei der Online-Kommunikation

Jugendschutz.net: Wichtiger Akteuer in Sachen Jugendschutz im Internet

NummergegenKummer: Kostenloses und anonymes Hilfsangebot für Kinder, Jugendliche und Eltern

 

Welche Rechte hast du?

Fest steht: Cybermobbing ist kein Kavaliersdelikt. Es gibt zahlreiche Straftaten, die unter Cybermobbing fallen können:

  • Beleidigung (§ 185 StGB): wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe geahndet.
  • Üble Nachrede (§ 186 StGB): wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe geahndet. War die Tat öffentlich oder wurden Schriften verbreitet, drohen bis zu zwei Jahren Haft oder Geldstrafe.
  • Verleumdung (§ 187 StGB): wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe geahndet. Wenn die Aussagen veröffentlicht oder in Versammlungen beziehungsweise in Schriften verbreitet wurden, sind sogar Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe möglich.

Weitere Tatvorwürfe, die mit Cybermobbing einhergehen können:

  • § 201a StGB Verbreitung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen
  • § 238 StGB Nachstellung (Stalking)
  • § 240 StGB Nötigung
  • § 241 StGB Bedrohung
  • § 131 StGB Gewaltdarstellung

Aktiv gegen Cybermobbing

Cybermobbing kann gravierende Folgen für die Opfer haben: Angstzustände, Schlafstörungen bis hin zu Depressionen. Deshalb ist es wichtig, dass du sofort aktiv wirst und dich dagegen wehrst! Nicht nur das Opfer, auch jeder Zeuge kann bei Cybermobbing eine Strafanzeige stellen.



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