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Finanzen & Co. - Gut zu wissen

Kündigungswelle in Deutschland - Sparkassen kündigen Altverträge

Kündigung Sparkasse

Prämiensparverträge waren in den 90er und Anfang der 2000er Jahre Verkaufsschlager bei den Banken.  So konnten sich diese günstig Kapital beschaffen und langfristig damit planen. Auch für die Verbraucher schien das Angebot mit steigenden Boni und Vergütungen sehr verlockend. Somit war das damalige Konzept eine Win-Win-Situation für beide Parteien - bis zu dem Zeitpunkt des niedrigen Zinsniveaus der letzten Jahre, in dem Sparkassen beispielweise bei Einlagen bei der Europäischen Zentralbank sogar Minuszinsen zahlen müssen.

Aufgrund der Entwicklungen der letzten Jahre begannen einzelne Filialen in 2015 Kündigungen von Sparverträgen auszusprechen bis in 2018 eine richtige Welle entstand. Viele Sparer wehrten sich und gingen vor Gericht. Am 14. Mai 2019 entschied der Bundegerichtshof zugunsten der Sparkassen (Az.: XI ZR 345/18); die Kündigungen alter Verträge waren danach erlaubt.

Bist du selbst betroffen von einer Kündigung deines Finanzinstitutes? Wir haben für dich die wichtigsten Infos gesammelt und zusammengefasst, um dir einen umfassenden Überblick zu geben.

Wann darf das Finanzinstitut den Sparvertrag rechtmäßig kündigen?

  • Es dürfen Prämiensparverträge gekündigt werden, bei denen die Prämien stufenweise auf die Sparbeiträge bis zu einem bestimmten Sparjahr steigen.
  • Wenn dein Vertrag die höchste Prämienstufe erreicht hat, ist eine Kündigung rechtlich wirksam. Vorher ist eine Kündigung durch die Bank ausgeschlossen, da bei einer vereinbarten Mindestlaufzeit nur der Sparer eher kündigen darf.
  • Eine Kündigung ist möglich, wenn keine feste Laufzeit im Vertrag vereinbart wurde. Sieht dein Vertrag eine Laufzeit von mehr als 25 Jahre vor, solltest du dich unbedingt gegen die Kündigung wehren!
  • Eine Kündigung ist auch dann gerechtfertigt, wenn in den AGB vereinbart wurde, dass sowohl der Sparer als auch die Bank bei Vorliegen eines sachgerechten Grundes den Vertrag kündigen kann. Ein sachlicher Grund kann dementsprechend die Problematik des Niedrigzinsniveaus sein.
  • Der letzte Grund für eine rechtlich wirksame Kündigung ist das Einhalten der dreimonatigen Kündigungsfrist.

Was kannst du tun, wenn du eine Kündigung erhalten hast?

  • Falls du eine Kündigung erhalten hast, handle am besten nicht zu voreilig. Löse dein Sparkonto nicht auf und zahl die Sparbeiträge weiter. So sicherst du dir selbst die Möglichkeit, gegen die Kündigung vorzugehen.
  • Wenn dein Vertrag von einem der oben genannten Punkte abweicht, solltest du unbedingt der Kündigung selbst widersprechen.
  • Du kannst dich an eine zuständige Schlichtungsstelle wenden und um Überprüfung deiner Kündigung bitten. Die für dich zuständige Schlichtungsstelle findest du in der Regel auf der Homepage deiner Bank. Die Überprüfung ist für dich als Bankkunden übrigens kostenlos.

Hast du selbst eine Kündigung erhalten, ist dein Vertrag betroffen oder hast du vielleicht schon einen Widerspruch an deine Bank abgeschickt? Unerheblich in welchem Stadium du dich befindest – wir helfen dir weiter und unsere, speziell für dieses Thema ausgewählten Experten, beraten dich individuell zu deinem Fall und deinen weiteren Möglichkeiten.


Eine weitere Besonderheit ist der Streit um die Verzinsung älterer Verträge, die vor dem Jahr 2004 geschlossen wurden. Die Verbraucherzentrale Sachsen e.V. hat am 17. Juni 2019 eine Musterfeststellungsklage gegen die Stadt- und Kreissparkasse Leipzig eingereicht. Alle Infos rund um die Musterfeststellungsklage findest du hier.  Falls du betroffen bist, kannst du dich direkt über die Homepage des Bundesjustizamtes registrieren. Das Ziel der Klage soll die Überprüfung der Zinsanpassungsregelung für die Sparverträge S-Prämiensparen flexibel und die Nachberechnung der Zinsen sein.

Solltest du Zweifel daran haben, dass deine Bank dir immer korrekt die Zinsen ausgezahlt hat, kannst du eine komplette Neuberechnung durchführen lassen. Verschiedene Verbraucherzentralen bieten die Neuberechnung mit rechtlicher Bewertung für 85 Euro hat.


Unser Fazit für dich

  1. Lass dich nicht von alternativen Angeboten locken - denn sie stellen dich in der Regel schlechter als du es jetzt bist mit deinem Vertrag.

  2. Löse dein Sparkonto nicht auf und lass das Geld zunächst auf dem Konto ruhen. Denn nur so verlierst du nicht die Möglichkeit des Widerspruchs.

  3. Leg schriftlich Widerspruch bei deiner Bank ein und fordere eine Fortführung deines Vertrags.

  4. Lass deinen Vertrag überprüfen - unsere Experten, spezialsiert auf dieses Thema, prüfen gerne hier deine Erfolgschancen.

  5. Solltest du von einer widerrechtlichen Kündigung betroffen sein, helfen wir dir gerne hier auch über die Prüfung hinaus weiter. 



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